Aktualisiert 29.10.2007 10:38

Diagnose: Die Schweiz leidet an Ärztemangel

Der Schweiz droht ein Ärztemangel. Die Zahl der Studienplätze muss deshalb erhöht werden. Dies fordert der Schweizerische Wissenschaftsrat (SWTR), der den Bundesrat in Fragen der Wissenschafts-, Forschungs- und Innovationspolitik berät.

In einem am Montag in Bern präsentierten Bericht fordert der SWTR, die Anzahl der Studienplätze an den medizinischen Fakultäten um 20 Prozent auf rund 1200 zu erhöhen. Zudem sei die ärztliche Berufsbildung zu überdenken: Die Schweiz bilde nicht die Ärzteschaft aus, die sie brauche.

Mehr als 2000 junge Leute wollten gemäss SWTR in diesem Jahr ein Medizinstudium ergreifen. Aber es standen nur 984 Studienplätze zur Verfügung. Der steigende Bedarf an Ärztinnen und Ärzten könne nur aus dem Ausland gedeckt werden. Der Anteil von Assistenzärzten aus der EU habe sich seit 2000 auf 39 Prozent verdoppelt.

Der SWTR stellt deshalb die Frage, ob der Zugang zum Medizinstudium per Numerus clausus weiter so zu beschränken sei, dass andernorts ausgebildetes Personal rekrutiert werden müsse. Das heutige Gesundheitssystem sei auf Immigration angewiesen und trage damit zum «brain drain» aus unterversorgten Ländern bei. (sda)

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