Aktualisiert 16.02.2005 21:58

Dialekt-Verbot: Pro und Contra

Von 506 Teilnehmern einer Web-Umfrage sind knapp 70% gegen ein Züridütsch-Verbot an Schulen im Kanton Zürich.

Während die Primarschüler in einer Strassenumfrage schon sehr erwachsen klingen und die Neuerung befürworten, halten die Oberstufenschüler den Beschluss eher für überflüssig: Immer Hochdeutsch zu sprechen sei für Schweizer unnatürlich, meinen die Älteren. Auf diese Weise lerne man aber, sich korrekt auszudrücken, kontern die Schulanfänger.

Auf Hochdeutsch gaben fünf Schüler darüber Auskunft, was sie vom Züridütsch-Verbot halten.

Nathalie (7), 1. Klasse

Ich komme ursprünglich aus Deutschland, aber ich bin hier aufgewachsen. Ich rede Hochdeutsch trotzdem besser als Schweizerdeutsch. Darum habe ich nichts gegen das Zürideutsch-Verbot. Ich spreche sowieso nicht so viel.

Ken (11), 5. Klasse

Wir sprechen in der Schule bereits in allen Fächern Hochdeutsch. Das ist auch gut so. Man lernt so die Sprache besser. Man braucht Hochdeutsch ja im späteren Leben. Beim Sport nicht die Muttersprache sprechen zu können, ist aber blöd.

Yasmine (13), 1. Sek

Für ausländische Kinder, die erst in die Schweiz gekommen sind, ist das toll. Dann verstehen sie uns besser. Bei Schweizern wirkt es aber irgendwie unnatürlich, wenn sie Hochdeutsch reden. Ab und zu Züridütsch sollte erlaubt sein.

Sven (9), 3. Klasse

Ich finde es eine ziemlich gute Idee, dass an der Schule bald nur noch Hochdeutsch gesprochen wird. Man kennt dann mehr Wörter in einer anderen Sprache. In der Pause können wir ja immer noch Mundart miteinander reden.

Tra My (13), 1. Sek

Ich finde es eigenartig, wenn wir in der Schule nur noch Hochdeutsch sprechen. Besonders im Turnen und in der Handarbeit ist es komisch. Wenn ich Hochdeutsch spreche, komme ich mir vor, als ob ich mich verstellen würde.

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