Bahnhof Guangzhou: Dichtestress auf Chinesisch
Aktualisiert

Bahnhof GuangzhouDichtestress auf Chinesisch

Wenn in China Eisregen mit den Neujahrsferien zusammenkommt, ist das Chaos programmiert.

von
kmo

«Ich möchte einfach nur nach Hause», sagt ein Mann, der seit vier Stunden vor dem Bahnhof in Guangzhou in einer Schlange steht – zusammen mit hunderttausend anderen Chinesen. Die meisten wollen die am Wochenende beginnenden Neujahrsferien mit ihren Familien verbringen, so wie jedes Jahr.

Millionen Chinesen sind alljährlich um diese Zeit unterwegs. Dieses Jahr ist der Dichtestress an den Bahnhöfen des Landes besonders gross. Eisregen und Schneefälle sorgten dafür, dass sich in Südchina viele Züge verspäteten oder gar ganz ausfielen, schreibt die deutsche «Tagesschau». Allein am Bahnhof von Guangzhou sitzen 100'000 Reisende und Pendler fest – und immer mehr kommen dazu.

500 Abfahrten am Mittwochmorgen

Die Behörden haben reagiert: Ausserhalb des Bahnhofs wurden 16 temporäre Unterkünfte für rund 20'000 Personen aufgestellt. Taxis und U-Bahnen dürfen nicht mehr am Bahnhof anhalten. Rund 6000 Polizisten wurden abbestellt, um etwas Ordnung in das Chaos zu bringen.

Für den Transport der Menschenmenge kamen Dutzende Ersatzzüge zum Einsatz – darunter laut «Guardian» acht zusätzliche Hochgeschwindigkeitszüge. Am Mittwochmorgen sollen offiziellen Angaben zufolge 500 Züge vom Bahnhof Guangzhou abgefahren sein. Die Massnahmen hatten Erfolg: Die Massen haben sich auf «nur» noch 50'000 Menschen halbiert.

Verglichen mit dem Jahr 2008 ist das aktuelle Chaos bescheiden: Damals sassen mehrere hunderttausend Menschen – ebenfalls infolge von Eisregen vor den Neujahrsferien – im Bahnhof von Guangzhou fest. Die diesjährigen Feierlichkeiten beginnen übrigens am 7. Februar, am nächsten Tag tritt China in das Jahr des Affen ein.

Luftaufnahmen von Bahnhof Guangzhou:

(Quelle: YouTube/CCTV News)

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