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Diskriminierung?Dicke dürfen nicht mehr fahren

Die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich setzen stark übergewichtige Chauffeure auf Diät. Bei der Gewerkschaft VPOD schüttelt man den Kopf.

von
Roman Hodel

Fettleibige Tram- und Bus­chauffeure der VBZ mit einem Body-Mass-Index von 35 und mehr sollen neu auf Diät gesetzt werden. Nehmen sie nicht innert einer bestimmten Frist ab, droht eine interne Versetzung. Das haben mehrere Chauffeure an Betriebsversammlungen gehört und der Gewerkschaft VPOD gemeldet. «Es passt zum Klima der Angst und des Drohens, das die VBZ-Betriebsleitung beim Fahrpersonal verbreitet», sagt VPOD-Regionalsekretär Duri Beer. Zwar seien ihm bis jetzt noch keine Fälle bekannt, «doch sollten Mitglieder von uns betroffen sein, werden wir wegen Diskriminierung einschreiten».

VBZ-Sprecherin Daniela Tobler bestätigt, dass das Übergewicht an den Versammlungen ein Thema gewesen war: «Aber die Darstellung des VPOD entspricht nicht der VBZ-Haltung.» Jeder Chauffeur müsse seit jeher regelmässig zum Gesundheitstest. «Nur so können wir für die Sicherheit der Fahrgäste garantieren», so Tobler. Stark Übergewichtige seien gefährdet wegen Herz-/Kreislaufkrankheiten. Mit den «wenigen» betroffenen Chauffeuren sei das Case-Management in Kontakt. «Ziel ist es, allfällig Krankgeschriebene rasch wieder im Fahrdienst einzusetzen – es kann jedoch zu Versetzungen kommen.» Um vorzubeugen, stellen die VBZ nur noch Chauffeure ein, deren BMI unter 35 liegt.

Was ist der BMI?

Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein Richtwert zur Beurteilung des Körpergewichts. Er berücksichtigt allerdings den Muskelanteil nicht. Als Normalgewicht gilt ein BMI von 18,5 bis 25. Die VBZ haben als Grenzwert für Chauffeure einen BMI von 35 festgelegt – analog den Richtlinien, die das Bundesamt für Verkehr für «Fahrer von Triebfahrzeugen» herausgegeben hat. Demnach darf ein 1,80 Meter grosser Mann von 34 bis 44 Jahren nicht mehr als 114 Kilogramm wiegen.

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