Protestmarsch: Dicke Luft zwischen dem FCSG und den Fans
Aktualisiert

ProtestmarschDicke Luft zwischen dem FCSG und den Fans

In der Beziehung zwischen dem FC St. Gallen, der Polizei und den Fans brodelt es. Beleg dafür ist der Protestmarsch vom Sonntag.

von
Sascha Schmid

«Die Beziehung zum Klub war auch schon besser», sagt Fanbetreuer Urs Baumgartner. Unverblümt macht der Espenblock seinem Unmut Luft. In einem am Sonntag verteilten Flugblatt wird dem Club eine «Drohkultur» vorgeworfen. So hat Präsident Michael Hüppi gedroht, im Espenblock wieder Sitze zu installieren, wenn erneut ­Pyros gezündet werden.

Ein anderes Mal untersagte der Verwaltungsrat den Fans, Solidarität mit «Stadion­verbötlern» zu zeigen. Am Sonntag kam dann der neuste Aufreger: Nach einer Kon­t­rolle der Polizei in einem Fan-Restaurant verliessen in der Pause rund 100 Personen den Fanblock und veranstalteten einen Protestmarsch durch die Stadt (siehe Box) – Slogan: «Fussballfans sind keine Verbrecher.»

«Viele haben gesagt: ‹Jetzt reichts, wir müssen ein Zeichen setzen›», so Fanbetreuer Urs Baumgartner. Kein Verständnis dafür hat Präsident Hüppi. «Richtige Fans würden im Stadion bleiben und den Klub unterstützen», sagte er gegenüber Toxic.fm. ­Solidarität mit Personen mit Stadionverbot bezeichnete er gar als dumm.

Kritisiert wurde der Protestmarsch aber auch von vielen Fans selber, wie eine hitzige Diskussion auf dem Fanforum belegt.

Friedlicher Fan-Marsch

Während des Spiels des FC St. Gallen gegen den FC Zürich führte die Stadtpolizei am Sonntag im Restaurant A.S. San Gallo eine Personenkontrolle durch. Laut Sprecher Benjamin Lütolf war man – vergeblich – auf der Suche nach Personen mit ­Rayonverbot. Schnell machte im Espenblock das Gerücht die Runde, das Restaurant sei gestürmt worden. «Es war eine normale Kontrolle», so Lütolf, der Auftritt in Kampfmontur habe aber vielleicht provoziert. Erst 100, dann rund 200 Personen zogen darauf auf der Zürcherstrasse in die Stadt, begleitet von der Polizei. Der Marsch verlief friedlich.

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