Aktualisiert 02.03.2011 22:47

AutoindustrieDicke Schlitten sind wieder dick im Geschäft

Schweizer haben nach der Finanzkrise wieder Lust auf Luxusautos. Rolls-Royce, Bugatti & Co. verzeichnen zweistellige Zuwachsraten.

von
Valeska Beck
Der über 1000 PS starke Bugatti Veyron ist derzeit das teuerste Serien-Auto in der Schweiz. (AFP)

Der über 1000 PS starke Bugatti Veyron ist derzeit das teuerste Serien-Auto in der Schweiz. (AFP)

Gut betuchte Schweizer Autoliebhaber haben sich 2010 wieder mehr gegönnt. Der Absatz von Luxusautos kletterte laut einer Statistik von Auto Schweiz um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtabsatz belief sich auf 5728 Luxusautos. Das grösste Plus verzeichnete Rolls-Royce: 2010 wurden 68 Prozent mehr Modelle der britischen Edelkarosse verkauft.

Allerdings rollen damit «nur» 42 Rolls-Royce mehr auf Schweizer Strassen als im Jahr zuvor. Dies hat eine Analyse der «Handelszeitung» ergeben. Das zweitgrösste Plus (+42,9%) erreichte der Bugatti Veyron, von dem zehn Modelle mehr immatrikuliert wurden. Der über 1000 PS starke Luxus-Sportwagen ist derzeit mit einem Preis von 1,3 Millionen Franken das teuerste Serien-Auto in der Schweiz. Darauf folgen 1843 Porsche (+39,6%), 211 Aston Martin (+10,5%) und 355 Ferrari (+5,%).

Auto-Schweiz-Direktor Andreas Burgener erklärt die hohen Zuwachsraten: «Luxusautos werden hierzulande nur in kleinen Stückzahlen verkauft.» Der Anstieg bedeute eine Erholung vom tiefen Verkaufsniveau während der Finanzkrise. Weniger hoch in der Gunst der Autofahrer war die Marke Maserati, von der 14,6% weniger verkauft wurden. Auch Bentleys (-6%) waren weniger beliebt.

Elektroautos entpuppen sich als Ladenhüter

Alle gehen hin, doch kaum einer greift zu: 40 Auto-Neuheiten im Bereich umweltfreundlicher Technologien werden am Automobilsalon in Genf präsentiert. Ab heute stehen Modelle von Chevrolet, Mercedes, Mitsubishi, Nissan, Renault, Smart, Tata und Think von M-Way (Migros) zur Testfahrt bereit. Doch die Verkaufsumsätze waren bei den reinen Elektroautos bislang eine grosse Enttäuschung: Weniger als 0,1 Prozent der Autoverkäufe in der Schweiz entfielen im vergangenen Jahr auf Elektroautos. Ein erheblicher Teil davon sei zudem als Flotte an Unternehmen verkauft worden, heisst es bei M-Way. Private Kunden gibt es kaum. Zu teuer, zu wenig mobil, zu wenig ausgereift – so lautet das vernichtende Fazit von Branchenbeobachtern. Tatsächlich verfügen die bisherigen Elektromobile nur über eine Reichweite von rund 60 Kilometern pro Stromladung.

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