Vorschlag von Airbus: Dicke sollen im Flugzeug mehr für den Sitz zahlen
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Vorschlag von AirbusDicke sollen im Flugzeug mehr für den Sitz zahlen

Flugzeugbauer Airbus will Sitzbankreihen einführen, auf denen – je nach Körpergrösse – zwei bis vier Personen Platz haben. Dicke müssten dann mehr bezahlen.

von
kwo
Müssen Dicke bald mehr bezahlen? Airbus plant ein entsprechendes System.

Müssen Dicke bald mehr bezahlen? Airbus plant ein entsprechendes System.

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Ob Extra-Gebühren fürs Handgepäck, die Wahl des Sitzplatzes oder das Sandwich während des Flugs: Fluggesellschaften versuchen beständig, ihre möglichen Einnahmequellen zu erhöhen. Dafür sind die Grundpreise für den Flug tendenziell eher tief, vor allem, wenn man den Flug früh bucht.

Doch das könnte sich nun ändern – zumindest für Passagiere mit etwas mehr Speck auf den Hüften. Wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin» berichtet, hat der Flugzeugbauer Airbus ein neues Konzept entwickelt, gemäss dem die klassischen Einzelsitze durch eine Art Sitzbank ersetzt werden sollen. Diese böte dann zwei bis vier Passagieren Platz, der Preis für die gesamte Bank wäre aber immer der gleiche. Die Konsequenz: Dünne würden weniger bezahlen als Dicke, könnten sie sich doch auch zu dritt oder sogar zu viert auf eine Bank quetschen.

Diskriminierung befürchtet

Keine Freude an der Idee von Airbus dürften Vertreter der übergewichtigen Konsumenten haben. Sie beklagen schon heute regelmässig, dass es sich bei höheren Preisen für die von ihnen vertretenen Personen um eine unrechtmässige Diskriminierung handle. Auch die Praxis gewisser Fluggesellschaften, dicken Passagieren zu empfehlen, sich zur Sicherheit zwei Sitze zu kaufen, um auch genug Platz zu haben, kommt bei ihnen schlecht an.

Eine Fluggesellschaft, die bereits öffentlich mit höheren Gebühren für Dicke gespielt hat, ist die Billigfluggesellschaft Ryanair. 2009 schlug das Unternehmen eine sogenannte Fat Tax für dicke Passagiere vor. Begründung: Diese würden mehr CO2-Emissionen verursachen als schlanke Personen. Aus der Idee wurde nichts.

Stehplätze und weniger WCs

Ebenfalls um Geld zu sparen, schlug Ryanair 2010 die Einführung von Stehplätzen in Flugzeugen vor. Doch die Behörden lehnten den Vorschlag von CEO Michael O'Leary aufgrund von Sicherheitbedenken ab. Ryanair wollte ausserdem statt drei nur noch ein einziges WC in die Flugzeuge einbauen. So gäbe es Platz für eine weitere Sitzreihe in der Maschine. Auch dieser Vorschlag fand die Zustimmung der entsprechenden Regulierungsbehörden nicht.

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