Aktualisiert 26.03.2010 14:35

Sozialversicherungen

Dickes Minus für AHV und IV

Die Sozialversicherungen AHV, IV und EO haben im vergangenen Jahr den Aufwand nicht mit den Einnahmen decken können. Sie schreiben ein Defizit von 398 Millionen Franken.

von
amc
Die Sozialwerke haben es 2009 nicht in die Schwarzen Zahlen geschafft.

Die Sozialwerke haben es 2009 nicht in die Schwarzen Zahlen geschafft.

Im Vorjahr haben die Sozialwerke Gewinn geschrieben, nun steht ein dickes Minus unter der Erfolgsrechnung: Im Jahr 2009 war die AHV das einzige Sozialwerk, das mehr in den Ausgleichsfonds einbezahlte, als es daraus bezog. Die Invalidenversicherung (IV) und die Erwerbsersatzordnung (EO) mussten Leistungen von fast 1,5 Milliarden Franken aus dem Fondsvermögen finanzieren.

Das positive Anlageergebnis federte diesen Verlust jedoch ab, wie der AHV-Ausgleichsfonds am Freitag mitteilte. Dank des Anlagegewinns von 2,641 Milliarden Franken konnte die AHV das Jahr 2009 mit einem Gewinn von 3,917 Milliarden abschliessen. Im Vorjahr hatte die AHV mit einem Defizit von 2,286 Milliarden Franken abgeschlossen.

Mehr Beiträge, weniger Steuern

Bei der IV sei das Ergebnis zwar immer noch negativ, doch halte der Trend zur Verbesserung an, schreibt der AHV-Ausgleichsfonds. Das Defizit betrug 1,126 Milliarden Franken gegenüber 1,362 Milliarden im Vorjahr. Die EO schloss mit einem Defizit von 474 Millionen Franken gegenüber 661 Millionen im Vorjahr.

Die Beiträge der Versicherten und Arbeitgeber an die Sozialwerke stiegen im vergangenen Jahr um 3,2 Prozent. Gefallen sind jedoch die Steueranteile der AHV, und zwar um 9,5 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben der AHV um 5,6 Prozent. Bei der IV sank der Aufwand um 2 Prozent.

IV mit fast 14 Milliarden Schulden

Insgesamt nahmen die Sozialwerke 46,058 Milliarden Franken ein. Der Aufwand betrug 46,456 Milliarden Franken. Die flüssigen Mittel und Anlagen sind mit 25,212 Milliarden ausgewiesen gegenüber 22,959 Milliarden im Vorjahr. Das aufgelaufene Defizit der IV beläuft sich auf 13,899 Milliarden Franken.

Die Kapazität zur Deckung künftiger Betriebsverluste erreicht nun 54,3 Prozent des Totals des Aufwands von AHV, IV und EO gegenüber 51,6 Prozent. Die Eigenmittel stellen 97,3 Prozent der Passiven. Das Kapital der AHV erhöhte sich um 3,92 Milliarden, jenes der EO reduzierte sich um 474 Millionen Franken.

Höhere Bilanzsumme

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 3,3 Milliarden auf 44,5 Milliarden, wie der AHV-Ausgleichsfonds weiter schreibt. Dieser Anstieg stammt auf der Aktivseite zu zwei Dritteln aus flüssigen Mitteln und Anlagen und zu einem Drittel aus der Vergrösserung des IV-Defizits.

Auf der Passivseite erhöht sich das Kapital der AHV, während das Kapital der EO und die Verpflichtungen der Sozialwerke sich verringern. Den vollständigen Jahresbericht veröffentlicht der AHV-Fonds im Mai. (amc/sda)

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