Aktualisiert 13.02.2019 20:14

Alt BundesratDidier Burkhalter litt an Krebs

Alt Bundesrat Didier Burkhalter (58) musste vergangenen Herbst operiert werden. Es geht ihm besser. Als Aussenminister arbeitete er bis zu 100 Stunden pro Woche.

von
dmo
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2017 verabschiedete sich Didier Burkhalter von der nationalen Politbühne.

2017 verabschiedete sich Didier Burkhalter von der nationalen Politbühne.

Keystone/Martial Trezzini
Burkhalter kämpft nun gegen eine schwere Erkrankung.

Burkhalter kämpft nun gegen eine schwere Erkrankung.

Keystone/Alessandro della Valle
Sorgte in der Öffentlichkeit für Humor: Als Didier Burkhalter im Mai 2011 ein Labor für Nanotechnik in Rüschlikon ZH besuchte, war er der Einzige, der sich nicht an den Dresscode hielt. Alle Ehrengäste trugen ein Häubchen im Reinraum – ausser ihm.

Sorgte in der Öffentlichkeit für Humor: Als Didier Burkhalter im Mai 2011 ein Labor für Nanotechnik in Rüschlikon ZH besuchte, war er der Einzige, der sich nicht an den Dresscode hielt. Alle Ehrengäste trugen ein Häubchen im Reinraum – ausser ihm.

Keystone

Im Sommer 2017 gab Didier Burkhalter seinen Rücktritt bekannt. Ein Jahr später erfuhr er von seiner schweren Erkrankung, wie die «Glückspost» (Printartikel) schreibt. Das Magazin ging von einem Krebsleiden aus. Die Vermutung bestätigte Burkhalter am Mittwoch gegnüber Blick.ch. «Ja, es war Krebs.»

«Es ist völlig aus dem Nichts gekommen», sagt Burkhalter gegenüber der «Glückspost». Bei seinem Rücktritt habe er noch nichts von der Krankheit gewusst. Im Anschluss an eine Präsentation seines neuen Romans habe er bereits operiert werden müssen.

Auf seine Frau Friedrun Sabine, die ihn während seiner Zeit als Bundesrat gewarnt habe, dass er zu viel arbeite, habe er damals zu wenig gehört. «Es passierte, dass ich Dossiers im Badezimmer las – oft zu irgendwelcher Zeit in der Nacht. Ich habe bis zu 100 Stunden pro Woche gearbeitet.»

Friedrun Sabine, «mein ganzes Leben», habe ihm dann auch die Kraft gegeben, die Krankheit zu verarbeiten, sagt Burkhalter. Eines Sonntagmorgens im Juni 2017 sei er aufgewacht und habe die Entscheidung gefällt, zurückzutreten.

«Ich liebe es, zu schreiben»

Am 31. Oktober verabschiedete er sich aus dem Bundeshaus, um endlich mehr Zeit für seine Frau, die drei Kinder und seine Leidenschaft, das Schreiben, zu haben. Burkhalter hatte bereits den Erzählband «Kinder der Erde» und den Roman «Wo Berg und See sich begegnen» veröffentlicht. Doch statt die wiedergewonnene Zeit geniessen zu können, traf ihn der Schicksalsschlag im Sommer 2018. Ein sofortiger chirurgischer Eingriff war unausweichlich. Gegenüber «Le Matin» sagte er im vergangenen November: «Es geht mir besser. Die Operation war notwendig wie auch wirksam.» Trotzdem muss er weiterhin zur Kontrolle.

Doch der Alt Bundesrat sieht auch die positiven Seiten. Krank zu sein, sei eine Schule fürs Leben. Man sehe das eigene Dasein aus einem anderen Blickwinkel. Und seiner Passion hat der tiefe Einschnitt nichts anhaben können. Burkhalter hat mittlerweile sein drittes Buch veröffentlicht – und er arbeitet bereits am nächsten Werk. «Ich liebe es, zu schreiben.»

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