Double: Didier Défago siegt auch auf der Streif
Aktualisiert

DoubleDidier Défago siegt auch auf der Streif

Als erster Abfahrer seit Stefan Eberharter (Ö) vor sieben Jahren hat Didier Défago das Double Lauberhorn/Hahnenkamm gewonnen. Vorjahressieger Didier Cuche verpasst als Vierter das Podest nur knapp.

Der Westschweizer siegte auf der Streif von Kitzbühel vor den beiden Österreichern Michael Walchhofer und Klaus Kröll. 17 Hundertstel betrug der Vorsprung des 31-jährigen Schweizer Familienvaters aus Morgins, der damit den dritten Weltcupsieg seiner Karriere errang. Das Double Wengen/Kitzbühel hatte als letzter Schweizer Franz Heinzer im Jahr 1992 geschafft. Zwei Tage nach dem schlimmen Sturz von Daniel Albrecht überholte Défago auf den letzten paar hundert Metern vor und nach dem Zielsprung mit vollem Risiko, schnellem Ski und perfekter Fahrt noch das Trio Walchhofer, Kröll und Didier Cuche.

Kröll, der Gewinner des Super-G vom Vortag, stiess den anderen Schweizer Didier (Cuche) sowie den zeitgleichen Amerikaner Bode Miller um 21 Hundertstel vom Podest. Trotzdem war dies das beste Abfahrtsresultat in dieser Saison für den letztjährigen Abfahrts-Weltcupsieger Cuche, der in diesem Winter nicht so richtig auf Touren kommt. Zuvor hatte er einen 5. Platz vom Dezember in Bormio als Bestleistung im Palmarès.

Défago war in der sechsten Saison-Abfahrt der erste Fahrer, der zweimal siegen konnte. Er verhinderte den ganz grossen Triumph der Austria-Abfahrtstruppe, deren Revanche nach der grausamen Schlappe von Wengen (Bester als 18.) dennoch gelang. Walchhofer verteidigte damit seine Führung in der Abfahrts-Weltcupwertung.

Drei weitere Schweizer klassierten sich unter den besten 20. Ambrosi Hoffmann (13.), Super-G-Dritter vom Freitag, verlor 1,17, Silvan Zurbriggen schuf sich als 15. mit 1,54 Rückstand eine gute Ausgangslage für die Kombination, und Carlo Janka belegte bei seinem Hahnenkamm-Début Rang 19.

Seit 2004 wurde erstmals wieder auf der gesamten Streckenlänge der Streif von 3312 m gefahren - und zwar auf pickelharter Piste, nachdem es am Abend zuvor geregnet hatte, in der Nacht sehr kalt gewesen war und am Renntag "Kaiserwetter" herrschte.

USA-"Kamikaze" T.J. Lanning sorgte frühzeitig für einen Unterbruch. Er stürzte bei der Hausberg-Einfahrt und zog sich einen Kreuzbandriss zu.

Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel

1. Didier Défago (Sz) 1:56,09.

2. Michael Walchhofer (Ö) 0,17 zurück.

3. Klaus Kröll (Ö) 0,29.

4. Didier Cuche (Sz) und Bode Miller (USA) 0,50.

6. Christof Innerhofer (It) 0,52.

7. Andrej Jerman (Sln) 0,72.

8. Stefan Thanei (It) 0,76.

9. David Poisson (Fr) 0,90.

10. Hermann Maier (Ö) 1,03.

Ferner: 12. Benjamin Raich (Ö) und Marco Büchel (Lie) 1,12. 14. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,17. 16. Silvan Zurbriggen (Sz) 1,54. 19. Aksel Lund Svindal (No) 1,71. 20. Carlo Janka (Sz) 1,73. 30. Tobias Grünenfelder (Sz) 2,72.

LIVE-TICKER

- Didier Défago gewinnt nach dem Lauberhorn-Rennen auch den Klassiker auf der Streif! Er ist der erste Fahrer seit Stefan Eberharter (Ö) 2002, dem dieses Kunststück gelingt.

- Mit dem 15. Zwischenrang komplettiert der Walliser das gute Schweizer Team-Ergebnis.

- Silvan Zurbriggen steht am Start. Kann er an die gute Leistung vom Super-G (13.) anknüpfen?

- Der junge Schweizer klassiert sich bei seinem Stref-Debüt auf dem 16. Zwischenrang.

- Es folgt Carlo Janka.

- Der Schweizer verliert viel Zeit und klassiert sich im 19. Zwischenrang.

- Nun startet Tobias Grünenfelder.

- Cuche wird nur Vierter. Im Ziel liegt er eine halbe Sekunde hinter seinem Teamkollegen zurück.

- Bei der letzten Zwischenzeit sind es 0,04 Vorsprung.

- Der Abstand wächst auf 34 Hundertstel.

- Bei der ersten Zwischenzeit hat Cuche 0,15 Rückstand

- Als nächstes ist Didier Cuche an der Reihe. Kann er es seinem Namensvetter gleichtun?

- Défago übernimmt die Führung! der Wengen-Sieger bringt 52 Hundertstel Vorsprung ins Ziel. Erneut eine tolle Fahrt des Wallisers.

- Der Schweizer liegt mit 54 Hundertsteln vorne - bringt er das ins Ziel?

- Es folgt Didier Défago.

- Christof Innerhofer übernimmt mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung die Führung.

- Im Ziel sind es 14 Hundertstel Rückstand und der dritte Zwischenrang.

- Bei der ersten Zwischenzeit liegt Hoffmann eine Hundertstelsekunde vorne.

- Als nächstes startet der erste Schweizer. Es ist Ambrosi Hoffmann, der im gestrigen Super-G Dritter wurde.

- Gruber scheidet aus.

- Lanning ist geborgen. Ober sich ernsthaft verletzt hat ist noch nicht bekannt. Das Rennen geht mit Christoph Gruber weiter.

- Der Amerikaner T.J. Lanning ist gestürzt, das Rennen ist unterbrochen.

- Los gehts! Der Österreicher Romed Baumann eröffnet das Rennen.

- Gleich geht es los. In Kitzbühel startet um 11.30 Uhr die traditionelle Hahnenkammabfahrt.

Vor dem Rennen

Mit Ambrosi Hoffmann, Didier Cuche und Didier Défago furhen beim gestrigen Super-G in Kitzbühel gleich drei Schweizer in die Top 6. Gelingt ihnen heute gar noch eine Leistungssteigerung?

Tag 2 nach Daniel Albrechts Horrorsturz beim Abfahrtstraining in Kitzbühel - und genau dieselbige Abfahrt steht heute auf dem Programm. So manch einer der Rennfahrer wird wohl etwas weiche Knie haben, wenn er auf den Zielsprung, Albrechts Sturzstelle, zufährt. Doch mit der nötigen Professionalität werden die Ski-Cracks auch diese Stelle meistern.

Die Schweizer haben im gestrigen Super-G eine bestechende Form gezeigt. Mit Ambrosi Hoffmann (3.), Didier Cuche (4.) und Didier Défago (6.) fuhren gleich drei von ihnen unter die besten Sechs. Doch es besteht noch Steigerungspotenzial - kann es einer der Schweizer packen?

(mon/si)

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