Die 10 häufigsten Anfängerfehler von Wohnmobilisten
Damit du deine erste Wohnmobil-Tour richtig geniessen kannst, gibts einige Punkte zu beachten. 

Damit du deine erste Wohnmobil-Tour richtig geniessen kannst, gibts einige Punkte zu beachten. 

TCS Camping Gwatt-Thunersee
Publiziert

TCS-Camping-KolumneDie 10 häufigsten Anfängerfehler von Wohnmobilisten

Wenn du diese Anfängerfehler vermeidest, kann bei deinem ersten Wohnmobil-Abenteuer (fast) nichts mehr schiefgehen.

von
Nicole Wagner, TCS Camping

Über 60 % von euch haben uns in der Umfrage der letzten Campingkolumne verraten, dass sie gerne einmal mit dem Wohnmobil verreisen möchten. Das erstaunt uns nicht. Das Wohnmobil ist sehr beliebt und eignet sich für längere Campingtouren genauso wie für spontane Kurztrips. Das sichere Lenken braucht zwar etwas Übung, besonders schwierig ist es aber nicht. Für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen reicht der Führerschein der Kategorie B. Natürlich gibt es auch grössere Wohnmobile, die mehr Platz und Komfort bieten. Bei Wohnmobilen über 3,5 Tonnen musst du dann allerdings die unterschiedlichen Vorschriften betreffend benötigtem Führerschein, Höchstgeschwindigkeit sowie die neuen Herausforderungen auf der Strasse beachten.

Für ein unbeschwertes, erstes Camping-Abenteuer, solltest du diese Anfängerfehler vermeiden.

1. Dein Wohnmobil ist falsch beladen

Grundsätzlich gilt beim Beladen: Schweres nach unten, Leichtes nach oben – so stabilisiert der tief liegende Schwerpunkt das Fahrzeug. Belade das Wohnmobil mit Bedacht und überlege dir gut, was unbedingt mit muss. Kennst du das Leergewicht deines Wohnmobils und das zulässige Gesamtgewicht? Fahr nie los, ohne das fertig beladene Wohnmobil (inklusive Mitfahrer) gewogen zu haben. Eine Überladung kann teuer werden.

2. Deine Ladung ist nicht gesichert

Für eine sichere Fahrt muss im Wohnmobil alles gut verstaut sein. Prüfe vor der Abfahrt, ob alle Gegenstände einen sicheren Halt haben und nicht herausfallen oder verrutschen, wenn du mal abrupt bremsen musst oder eine engere Kurve fährst. Sind alle Regale gesichert? Gegenstände wie Wasserflaschen, Geschirr oder Gepäck können bei einem Aufprall sehr gefährlich werden und die Insassen zusätzlich schwer verletzen. Solche Gegenstände sollten also möglichst tief bzw. auf Bodenhöhe verstaut sein.

3. Du hast keine Testfahrt gemacht und fährst nicht angemessen

Auch wenn du ein geübter Automobilist bist, durch das Gewicht, den hohen Schwerpunkt und die Masse sind die Anforderungen an den Wohnmobil-Fahrer um einiges höher als bei normalen Personenwagen. Vor der ersten Fahrt solltest du daher unbedingt eine Probefahrt mit dem Wohnmobil machen. Teste das Bremsverhalten, das Fahrverhalten in Kurven und achte auf die unterschiedlichen Sichtverhältnisse im Vergleich zum Auto. Auch ein bisschen Einparken üben schadet sicher nicht.

4. Du hast die Route vor der Abfahrt nicht studiert

Plane und studiere deine Reiseroute vor der Abfahrt, damit du dich unterwegs nicht verfährst oder du unnötig in gefährliche Manöver gerätst. Stelle sicher, dass du die Dimensionen deines Wohnmobils kennst, also Breite, Länge und Höhe. Am besten notierst du dir die Dimensionen und platzierst den Merkzettel in Reichweite, damit du die Angaben, wenn benötigt, zur Hand hast. Wer will schon unter einer Brücke stecken bleiben oder eine Durchfahrt blockieren?

5. Du fährst mit einem vollen Frischwassertank los

Fülle den Frischwassertank im Wohnmobil vor der Abfahrt nicht voll auf, die Hälfte reicht vollkommen. Ansonsten hast du bloss unnötiges Zusatzgewicht und einen höheren Energieverbrauch. Du kannst den Wassertank unterwegs jederzeit an Tankstellen, bei Campingplätzen oder teilweise bei öffentlichen Wohnmobil-Entsorgungsstationen auffüllen.

6. Du gönnst dir nicht genügend Pausen

Fahre auf keinen Fall zu lange Strecken am Stück, nur weil du möglichst schnell am Ziel sein willst. Oder willst du bereits völlig erschöpft am Zielort ankommen? Ausserdem ist eine Übermüdung beim Fahren sehr gefährlich für dich und für die anderen Verkehrsteilnehmer. Mach also unterwegs regelmässige Pausen, trink genügend, um in Form zu bleiben, und mach, wenn möglich, auch mal einen Fahrerwechsel.

7.  Du spazierst während der Fahrt im Wohnmobil rum

Während der Fahrt im Wohnmobil herumgehen? Niemals. Fahrer, Beifahrer und allfällige andere Mitfahrer müssen immer angeschnallt sein. Es gilt: Ein Mitfahrer pro Sitzplatz und jeder Sitz muss mit einem Sicherheitsgurt ausgestattet sein. Wenn du mit Kindern reist, musst du darauf achten, dass es im Wohnmobil genügend Rückhaltesysteme hat, um Kindersitze zu montieren. Auch mitreisende Hunde oder Katzen müssen entsprechend gesichert sein.

8. Du leerst das Abwasser nicht regelmässig

Frisches Wasser, eine eigene Dusche und eine Toilette im Wohnmobil sind zwar äusserst praktisch, die Entsorgung des Abwassers gehört dann aber nicht zu den Lieblingsaufgaben eines Campers. Trotzdem musst du das Abwasser regelmässig entsorgen, wenn du unterwegs oder beim nächsten Toilettengang wegen des überschwappenden Schwarzwassertanks keine unangenehmen Überraschungen erleben willst.

9. Ein Stellplatz an der Sonne? Nicht ratsam.

Auch wenn du ein Sonnenanbeter bist, wähle auf dem Camping- oder Stellplatz nach Möglichkeit einen Schattenplatz. Wenn dein Camper nämlich den ganzen Tag in der prallen Sonne steht, wird es sehr warm im Inneren, die Hitze staut und ist dann kaum mehr rauszubringen. Keine Spur mehr von angenehmen und erholsamen Nächten.

10. Achtung – ein Stellplatz ist kein Campingplatz

Viele Camper steuern unterwegs als Alternative zum Campingplatz einen Stellplatz an. Das sind Parkplätze speziell für Wohnmobile, auf denen du auch übernachten darfst. Aber nur, wenn dein Camper über eine Onboard-Toilette verfügt. Auf Stellplätzen gibt es nämlich meist keine oder nur eine minimale Infrastruktur. Das heisst, es sind keine Toiletten vorhanden. Stellplätze sind ausserdem für Kurzaufenthalte gedacht, ca. ein bis drei Nächte. Plane also keine Langzeitaufenthalte, dafür sind die Campingplätze da. 

Auf einem Stellplatz darfst du nur übernachten, wenn dein Camper über eine Onboard-Toilette verfügt.

Auf einem Stellplatz darfst du nur übernachten, wenn dein Camper über eine Onboard-Toilette verfügt.

TCS Camping Interlaken

Mehr über Wohnmobil-Anfängerfehler und weitere Tipps für Camper findest du hier: camping-insider.ch/anfaengerfehler

TCS Camping

Unter der Marke TCS Camping betreibt der Touring Club Schweiz (TCS) seit über 70 Jahren Campingplätze in der gesamten Schweiz. 2021 verbuchten die 23 TCS-Plätze über eine Million Logiernächte. Zusammen mit der Buchungsplattform pincamp.ch, dem Online-Ratgeber camping-insider.ch, diversen weiteren Dienstleistungen rund um Camping und Caravaning sowie mit den knapp 23‘000 Camping-Mitgliedern ist der TCS die grösste und führende Camping-Organisation in der Schweiz.

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