Ausnahme-Könner: Die 10 - weit mehr als eine Nummer

Aktualisiert

Ausnahme-KönnerDie 10 - weit mehr als eine Nummer

Nicht erst seit den vier Glanztoren im gestrigen Spiel zählt Lionel Messi zu den ganz Grossen. Doch die Nummer 10 auf dem Trikot ist auch eine Bürde.

von
Herbie Egli
Pelé 1958, links, Maradona 1986, mitte, Lionel Messi, 2010. (Bild: Keystone)

Pelé 1958, links, Maradona 1986, mitte, Lionel Messi, 2010. (Bild: Keystone)

Wenn man Lionel Messi beim Fussballspielen zuschaut, kommt man einfach nur ins Schwärmen. Wie der 22-jährige Argentinier mit dem Ball umgeht, was für eine Übersicht er hat, und so weiter. Die jüngsten Kostproben davon lieferte die Zaubermaus im Champions-League-Spiel gegen Arsenal. Beim 4:1-Sieg schoss Messi alle Treffer für Barcelona.

Beim aktuellen spanischen Meister und Titelverteidiger der Champions League wurde Messi gross. Im Alter von 13 Jahren kam er mit seinen Eltern von Argentinien nach Spanien und schloss sich gleich der Jugendabteilung von Barça an. Im Alter von 17 Jahren debütierte der Dribbelkünstler in der 1. Mannschaft. Ein Jahr später wurde er erstmals für die argentinische Nationalmannschaft aufgeboten. Was Messi mit dem Verein schon alles erreicht hat, fehlt ihm mit der Nati aber noch – ein grosser Titel.

Bleibt Pelé der Grösste?

Als bester Fussballer aller Zeiten gilt bis heute aber immer noch Edson Arantes do Nascimento – genannt Pelé. Der bald 70-jährige Brasilianer war auch schon in jüngeren Jahren erfolgreicher als Messi. Als 15-Jähriger wurde Pelé Profi beim FC Santos. Mit 16 Jahren spielte der technisch hervorragende Akteur zum ersten Mal in der Nationalmannschaft, mit welcher er dreimal Weltmeister wurde. Das gelang bis heute keinem weiteren Spieler. Legendär ist Pelés Traumtor im WM-Final 1958 gegen Schweden – als gerade mal 17-Jähriger.

Im ersten Atemzug nach Pelé kann man Diego Maradona nennen. Der argentinische Exzentriker unterzeichnete seinen ersten Profivertrag bei Argentinos Juniors mit 16 Jahren. Nur vier Monate später wurde er in die Nati berufen. Anders als Pelé gewann Maradona aber nur einen WM-Titel. 1986, als er als «Hand Gottes» in die Geschichte einging, weil er im Viertelfinal gegen England ein irreguläres Tor mit der Hand erzielte. Privat machte Maradona vor allem mit Drogen- und Alkohol-Exzessen auf sich aufmerksam.

Der tiefe Fall

Zwar nicht mit den Nummern 10, aber ebenfalls in jungen Jahren in der Heimat schon erfolgreich, waren die beiden Brasilianer Ronaldo und Ronaldinho. Mit 18 bzw. 21 Jahren wechselten sie zu europäischen Grossklubs und erfreuten die Fans mit vielen, herrlichen Toren. Obwohl Ronaldo zwischenzeitlich wegen verschiedener Verletzungen immer wieder Rückschläge einstecken musste, fand er den Tritt bei Real Madrid nochmals. Nach seinem Wechsel zur AC Milan verblasste sein Stern aber. Heute verdient Ronaldo sein Geld in der Heimat bei Corinthians São Paulo.

Offenbar ist die AC Milan keine gute Adresse für brasilianische Stars. Denn auch Ronaldinhos Karriere erlitt bei den Mailändern einen Knick, nachdem er zuvor während fünf Jahren bei Barcelona brillierte. Immerhin wurden die beiden Brasilianer 2002 gemeinsam Weltmeister. Eines haben aber alle diese Stars verdient. In ihren Karrieren gewannen sie für ihre Leistungen zu Recht unzählige Auszeichnungen.

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