Von Kairo nach Kapstadt: Die 100-tägige Reise kann beginnen
Aktualisiert

Von Kairo nach KapstadtDie 100-tägige Reise kann beginnen

Im Truck geht es für eine Schweizer Gruppe einmal längs durch Afrika. Reiseleiter Christian «Chregu» Dinkel berichtet für 20 Minuten von dem Abenteuer.

Die Transa-Reisegruppe ist bereit für die Reise durch Afrika.

Die Transa-Reisegruppe ist bereit für die Reise durch Afrika.

Wir machen es uns auf dem durchgesessenen Sofa im Büro der Zollagentur wieder bequem. Doch die Nerven sind angespannt - es ist alles andere als gemütlich. Es scheint, als laufe uns die Zeit davon. Schon morgen Sonntag werden die Reiseteilnehmenden in Kairo ankommen. Doch wir sitzen noch immer hier in Alexandria fest. Wir warten ungeduldig auf Dino, der in wenige Minuten in die Freiheit entlassen werden soll.

Ungeduldig beobachten wir den Kurs der Grande Bretagne online im Internet. Es sieht aus, dass das Frachtschiff nie auf Alexandria zusteuern will, um Dino in Ägypten freizulassen. Dino ist unser Truck, der uns die nächsten 100 Tage sicher von Kairo nach Kapstadt bringen soll. Die RoRo-Fähre kommt mit drei Tagen Verspätung am Mittwochnachmittag in Alexandria an. Es bleiben uns nur noch wenige Tage für die Formalitäten und Auslösung des Trucks aus dem Hafen. Heute können wir nichts mehr erledigen, da die Büros schon geschlossen sind. So stehen wir am Donnerstag frühmorgens schon im ersten Büro, um den Papierkram zu beginnen. Wir rennen von Büro zu Büro, füllen Formulare aus und holen uns die wichtigen Stempel. Alles läuft ausgezeichnet und wir haben ein gutes Gefühl, dass wir Dino noch heute aus dem Hafen kriegen werden.

Unsere Hoffnung wird auch mehrfach von den verschiedenen Agenten und Beamten getragen. Auf einen Schlag stirbt sie im Büro der Immigration: Damit Bausi, unser Fahrer, den Truck lenken darf, muss er eine Aufenthaltsbewilligung für Ägypten besitzen. Unterdessen ist es Donnerstagnachmittag. Der Chefbeamte ist schon frühzeitig ins Wochenende gegangen. Er darf als Einziger die Bewilligung unterschreiben. In den islamischen Ländern ist Freitag der Sonntag - alle Büros und die meisten Geschäfte bleiben geschlossen. Das heisst für uns: Wir müssen bis Samstagmorgen ungeduldig warten. Erst dann können wir die aufwändigen Formalitäten weiterführen.

So packen wir die Gelegenheit, lassen uns nicht zermürben und besichtigen die Stadt ausgiebig. Wir fühlen uns sicher und auch ein bisschen wie zu Hause dank der herzlichen Gastfreundschaft der ägyptischen Bevölkerung. Sie freut sich, dass sich trotz der aktuellen Situation Europäer im Land zeigen. Sie begrüssen uns mit einem ehrlichen «Welcome to Egypt»!

Samstagmorgen: Frühzeitig stehen wir im Immigrationsbüro - eingepfercht zwischen vielen schwitzenden Wartenden vor dem Schalter. Die Beamten dahinter sitzen im klimatisierten Büro. Wir müssen eine Stunde ausharren, bis endlich der Pass mit der langersehnten Aufenthaltsbewilligung durch die Scheibe gereicht wird. Mit dem Taxi fahren wir weiter zum nächsten Büro, dort noch eine Kopie, da noch ein Stempel - eine Irrfahrt quer durch die Stadt. Andere würden es Sightseeing nennen. Schliesslich landen wir kurz vor Feierabend mit allen nötigen Dokumenten verschwitzt und schon etwas genervt auf dem Sofa der Zollagentur.

«Huup» - das Horn von Dino lässt uns aufspringen. Mit Freude erblicken wir durch das Fenster unser Reisegefährt in tadellosem Zustand. Die Transa-Afrika-Reise kann beginnen!

Transafrika

In 100 Tagen legen die Teilnehmer der Transafrika-Reise im Truck den Weg von Kairo nach Kapstadt zurück. Auf 20 Minuten berichtet Reiseleiter Christian «Chregu» Dinkel regelmässig von dem Abenteuer. Verfolgen Sie unter diesem Link den Reiseverlauf auf der Karte.

Auf einzelnen Etappen sind noch wenige Plätze frei.

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