Super League: Die 5 heissesten Trainerstühle der Liga

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Super LeagueDie 5 heissesten Trainerstühle der Liga

Die Flugparade der SL-Trainer ist nur eine Spielerei? Vielleicht.
20 Minuten wagt trotzdem eine Prognose.

von
Eva Tedesco
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Andrea Manzo (54), FC Lugano: seit 1.7.2016

Andrea Manzo (54), FC Lugano: seit 1.7.2016

Samuel Golay
Didier Tholot (52), FC Sion: seit 17.12.2014 (70 Spiele/1,59 Punkte pro Spiel)

Didier Tholot (52), FC Sion: seit 17.12.2014 (70 Spiele/1,59 Punkte pro Spiel)

Keystone/Sednik Nemeth
Joe Zinnbauer (46), FC St. Gallen: seit 16.9.2015 (30 Spiele/1,13 Punkte pro Spiel)

Joe Zinnbauer (46), FC St. Gallen: seit 16.9.2015 (30 Spiele/1,13 Punkte pro Spiel)

Keystone/Sebastian Schneider

Schon die letzte Saison zeigte, dass es oft schneller gehen kann, als sich so mancher Trainer denkt. Urs Meier (FCZ) und Uli Forte (YB) erwischte es 2015 schon im August. Im September traf es Jeff Saibene (St. Gallen) und Ciri Sforza (Thun). Mit Meier-Nachfolger Sami Hyypiä hatte FCZ-Präsident Ancillo sehr viel mehr Geduld, drei Runden vor Schluss erwischte es den Finnen dann doch und Forte übernahm als Feuerwehrmann. Der Ausgang ist bekannt. 20 Minuten wagt eine Prognose. Das sind die 5 heissesten Trainerstühle in der Super League:

Nach dem Abgang von Trainerlegende Zdenek Zeman setzen die Luganesi auf eine interne Lösung und beförderten U21-Trainer Andrea Manzo zum Cheftrainer der 1. Mannschaft. Es ist das erste Engagement des 54-jährigen Italieners und ehemaligen Fiorentina- und Milan-Profis in einer höchsten Spielklasse. Mit der mangelnden Erfahrung, einem schwachen Kader plus den Launen von Lugano-Boss Angelo Renzetti ist jede Menge Absturzpotenzial vorhanden.

Sion hat den wohl heissesten Trainerstuhl der Liga. Es gibt Berufe mit einer besseren Jobgarantie als im Wallis. Entweder ist Boss Christian Constantin altersmilde geworden oder der Totomat streikte, denn zuletzt erfüllte CC die Erwartungen nicht: Didier Tholot ist nunmehr seit Dezember 2014 im Amt, mit 70 Spielen einsamer Rekordhalter unter CC. Der Stuhl bleibt trotzdem heiss, je nachdem, ob Constantin der Blick auf den Totomaten gefällt.

Dölf Früh ist kein Präsident, der Schnellschüsse produziert, aber er hat Fans, die schnell unzufrieden sind. Wie viel Kredit Joe Zinnbauer nach der schwachen Rückrunde des FC St. Gallen noch hat, wird sich weisen. Ein Fehlstart und die Stimmung kippt rasch in der Ostschweiz. Ob der Sitz im Kybunpark, wie der Spielplatz der Espen neuerdings heisst, über eine Heizung verfügt, ist nicht überliefert, aber er kann schnell heisser und heisser werden, wenn die Resultate ausbleiben.

Der Qualitätsverlust nach den Abgängen von Munas Dabbur und Shani Tarashaj ist riesig. Die Erwartungen nach einer guten Saison der Grasshoppers mit Schlussrang 4 und der EL-Qualifikation sind wohl nicht geringer, aber angesichts der Kaderstärke nicht realistisch. GC ist bei Personalwechseln nicht zimperlich, vor allem wenn es nicht läuft. Pierluigi Tami ist nicht zu beneiden.

Seit Jahren wird im Berner Oberland mit bescheidenen Mitteln gearbeitet. Dass er das kann, hat Jeff Saibene in St. Gallen und Aarau schon gezeigt, aber auch in Thun geht der Krug nur so lange an den Brunnen, bis er bricht. Sportchef Andres Gerber hat eine Engelsgeduld mit seinem wichtigsten Arbeitnehmer, aber auch in Thun zählen Resultate, und die werden zeigen, wie stabil Saibenes Stuhl ist.

Eine Job-Garantie gibt es nicht, aber trotz stets unruhigem Umfeld sitzen Markus Babbel (Luzern) und Adi Hütter (YB) ziemlich sicher im Sattel. Vorerst. Aber wie wie gesagt: das unruhige Umfeld …

Die Erwartungen beim Aufsteiger aus Lausanne und an Trainer Fabio Celestini (Lausanne) halten sich wohl in Grenzen. Giorgio Contini (Vaduz) hat erst seinen Vertrag verlängert und wird seine Position als dienstältester SL-Trainer wohl weiter behalten.

In Basel scheinen die Zeiten, wo man den Meistertrainer nicht behält, vorbei zu sein. Im Sommer 2016 blieben der Meisterpokal und der Meistertrainer in Basel. Urs Fischer strebt mit dem FCB den 8. Titel in Serie, den 20. in der Clubgeschichte und den 2. Stern am Trikot an. Wenn nicht gerade Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen und Limmat und Rhein einfrieren, wird man diesen angestrebten zweiten Stern wohl auch aufnähen können.

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