Die Abschussrampen gegen Haifa ausgeschaltet
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Die Abschussrampen gegen Haifa ausgeschaltet

15 Tote hatten die Israeli nach den gestrigen Raketenangriffen der Hisbollah auf Haifa zu beklagen. Der Vergeltungsschlage traf Beirut. Bei den israelischen Angriffen sollen die Abschussrampen, von welchen gestern Raketen auf Haifa abgefeuert worden waren, zerstört worden sein.

Als Reaktion auf die jüngsten Raketenangriffe der Hisbollah hat Israel seine Bombardierungen im Libanon erneut ausgeweitet. Bei Luftangriffen auf die südlichen Vororte von Beirut und die östlichen Regionen des Landes kamen am Montag mindestens acht Menschen ums Leben. Kampfflugzeuge drangen in der Nacht wieder bis ins Bekaa-Tal vor, rund 100 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze.

Die Hisbollah erklärte, sie habe in der Ortschaft Hula im Südlibanon bei heftigen Gefechten vier Israelis getötet. Die israelischen Streitkräfte erklärten dagegen, die vier Soldaten seien lediglich leicht verletzt worden. Mindestens acht Explosionen wurden Augenzeugen zufolge nahe der historischen Stadt Baalbek vernommen, einer Hochburg der schiitischen Hisbollah-Miliz. Ausserdem wurde die 20 Kilometer weiter südlich gelegene Region Raschaja bombardiert. Diese bildet den Landkorridor vom Bekaa-Tal in den südlichen Libanon.

In der südlibanesischen Ortschaft Kana zerstörte die israelische Luftwaffe nach Militärangaben genau die Raketenwerfer, die für die jüngsten Hisbollah-Angriffe auf Haifa genutzt wurden. Israelische Kampfjets hätten zudem eine weitere Abschussvorrichtung für Raketen nördlich der libanesischen Hafenstadt Tyrus zerstört. Wie es weiter hiess, drangen auch Bodentruppen in das Gebiet um Tyrus vor und zerstörten sieben Abschussrampen für Langstreckenraketen. Dabei sei es zum Nahkampf mit der Hisbollah gekommen. Drei Milizionäre seien getötet worden, israelische Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen.

Die neue Angriffswelle begann nur wenige Stunden vor einem geplanten Treffen der Aussenminister der Arabischen Liga in Beirut. Der ägyptische Aussenminister Ahmed Abul Gheit sagte in Kairo, mit dem Treffen wollen man der Welt demonstrieren, dass die arabische Welt hinter dem libanesischen Volk stehe und seine Forderungen unterstütze.

Nach der Einigung der USA und Frankreichs auf den Text einer Libanon-Resolution ging das Ringen um die Entschliessung weiter. Eine für Sonntag geplante Sitzung des Weltsicherheitsrats wurde verschoben, da arabische Länder Widerspruch eingelegt hatten. Einem UN-Diplomaten zufolge könnten die USA und Frankreich einen etwas abgewandelten Text vorlegen, über den noch am Montag beraten werden könnte. Eine Abstimmung sei frühestens am Dienstag zu erwarten.

Eine Überarbeitung des Textes verlangte insbesondere der libanesische Parlamentspräsident Nibih Berri, der der Hisbollah nahe steht. Es müsse klar sein, dass nach einem Waffenstillstand und der Stationierung von UN-Soldaten kein israelischer Soldat mehr auf libanesischem Territorium verbleiben dürfe. Der israelische Aussenamtssprecher Mark Regev betonte wiederum, ein von den Vereinten Nationen vermittelter Waffenstillstand müsse sicherstellen, dass die Hisbollah nicht weiterhin von Syrien und dem Iran Waffen erhalte.

Schweden will Geberkonferenz organisieren

Schweden bot an, eine Geberkonferenz zum Wiederaufbau des Libanons zu organisieren. Sein Land sei bereit, eine Führungsrolle bei internationalen Wiederaufbaubemühungen zu übernehmen, erklärte Ministerpräsident Göran Persson. Sollte die internationale Gemeinschaft zustimmen, könnte eine solche Konferenz in den kommenden Wochen stattfinden.

Laut der Hilfsorganisation Caritas International droht im Libanon der Zusammenbruch der Wirtschaft und damit eine Katastrophe. Der Leiter von Caritas International, Martin Salm, sagte im SWR, bereits jetzt gebe es kaum noch Verkehr und Handel. Bis zu eine Million Menschen, ein Viertel der Gesamtbevölkerung, seien auf der Flucht. (dapd)

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