Aktualisiert 16.06.2011 09:01

Transfer-Sommer 2011Die Absurditäten des Transfermarktes

Transfer-Gerüchte beherrschen die Medien derzeit wie Barcelona den Klubfussball. Würden alle stimmen – es wäre der Ruin einiger Topvereine.

von
Fränzi Burkhard

Die englische Zeitung «The Guardian» hat eine Liste der 50 Top-Transferobjekte des Sommers 2011 erstellt. Von Ribéry über Kaká bis Neymar sind gefühlt alle Kicker drin, welche schon mehr als drei starke Momente in ihrer Karriere hatten. Die Liste enthält die 50 gefragtesten Fussballer samt ihrem aktuellen Verein, ihrem Alter, ihrem Preis – und eben der Information, welche Vereine am genannten Spieler interessiert sein sollen. «Who might be after him» («Wer könnte hinter ihm her sein») nennt sich die Rubrik. Das sagt ja eigentlich schon alles. Das Ganze ist höchst spekulativ – oder besser gesagt: Es muss spekulativ sein, ansonsten würden einige Klubs direkt in den Ruin laufen.

Sieht man sich die Liste nämlich genauer an, fällt auf, dass immer wieder die gleichen Vereine als Interessenten an den Top-Fussballern genannt werden. Es sind die üblichen Verdächtigen. Zum Beispiel Chelsea, Arsenal, Real Madrid oder Milan. Spitzenreiter sind aber die beiden Klubs aus Manchester. Manchester City und Manchester United sollen laut dem renommierten Blatt an 18 Spielern der Top 50 interessiert sein. Das Kader einer Profimannschaft besteht aus höchstens rund 30 Spielern. Würden die beiden Teams aus der Stadt im Nordwesten Englands tatsächlich 18 neue Spieler kaufen, würde also über die Hälfte des bestehenden Teams ersetzt werden – ein Ding der Unmöglichkeit.

Im Visier der Grossclubs

Laut der Aufzählung der seriösen Zeitung sind aber auch andere Topklubs im grossen Stile an neuen Spielern interessiert. Liverpool, Arsenal, Chelsea, aber auch Real Madrid und Milan zeigen laut Gerüchten an jeweils rund zehn Spielern der Liste Interesse.

Einige der aufgelisteten Fussballer, wie zum Beispiel das belgische Jungtalent Romelu Lukaku, sollen im Visier von bis zu sieben Topklubs stehen. Im Falle des jungen belgischen Stürmers reihen sich Topklubs hintereinander: Chelsea, Liverpool, Arsenal, Manchester City, Manchester United, Tottenham, Real Madrid und Milan. Und das mit zarten 18 Jahren. Wie sich das wohl anfühlen muss?

So schnell entsteht ein Gerücht

Doch jeder weiss, ein Transfer-Gerücht entsteht so schnell, wie Usain Bolt die 100 Meter zurücklegt. Es reicht schon, wenn jemand aus dem Umfeld eines Spielers oder eines Klubs seine Meinung kundtut oder ein Spieler sagt, dass er das Logo dieses oder jenes Klubs schön findet – schon ist ein heisses Gerücht im Umlauf. Als aktuelles Beispiel kann Arsenal-Captain Cesc Fàbregas genannt werden. Es wird zurzeit einmal mehr darüber spekuliert, dass der Spanier zu seinem Stammverein Barcelona zurückkehren möchte. Entstanden ist das Gerücht durch eine Aussage seines Mitspielers Bacary Sagna. Er meinte nämlich in einem Radio-Interview, dass Fàbregas gerne in sein Heimatland zurückkehren und für Barcelona spielen würde. Diese Aussage reichte bereits, um Arsenals Mittelfeldspieler in die Top 50 des Transfers-Klatsches zu bringen. Ob der Wechsel tatsächlich zustande kommt, ist wie bei den meisten Gerüchten aber höchst fraglich.

Hier sehen Sie immer die aktuellsten Gerüchte und Transfers im Liveticker!

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