Aktualisiert

KadersichtungDie acht Neulinge der Hockey-Nati im Check

Die Schweiz testet im Vorfeld der Heim-WM zweimal gegen Deutschland. Nati-Trainer Patrick Fischer nutzt diese Spiele zur Sichtung junger Spieler.

von
Marcel Allemann
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Name: Livio StadlerAlter: 21Verein: ZugPosition: Verteidiger

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FreshFocus/Marusca Rezzonico
Name: Sven JungAlter: 25Verein: DavosPosition: Verteidiger

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Keystone/Melanie Duchene
Name: Gilian KohlerAlter: 19Verein: BielPosition: Stürmer

Name: Gilian KohlerAlter: 19Verein: BielPosition: Stürmer

FreshFocus/Urs Lindt

Deutschland ist am Donnerstag in Herisau und am Freitag in Olten Testspielgegner der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Trainer Patrick Fischer nutzt diesen Februar-Termin jeweils zur Sichtung von jungen Spielern. Er will diesen seine Philosophie vermitteln und sich selbst ein Bild davon machen, wie weit sie in ihrer Entwicklung schon sind.

Das sind die acht Nati-Neulinge der diesjährigen Prospect Games.

Livio Stadler (21, Verteidiger, Zug)

Bereits als 17-Jähriger debütierte der Sohn von Ex-EVZ-Verteidiger Peter Stadler (55) in der National League. Doch einen Platz im Team sicherte er sich erst, als Dan Tangnes letzte Saison das Traineramt in Zug übernahm, zuvor unter Harold Kreis wurde Stadler ignoriert. Die Ausgangslage für ihn ist aber weiterhin nicht einfach. In den letzten Partien erhielt er am wenigsten Eiszeit aller EVZ-Verteidiger. Vielleicht hilft ihm ja das erste Nati-Aufgebot weiter.

Sven Jung (25, Verteidiger, Davos)

Naticoach Fischer zurück bei seinen Wurzeln

Naticoach Patrick Fischer besuchte am Dienstag die Primarschule Herti. In seinem alten Schulhaus macht der Eishockeytrainer Werbung für die WM und schwelgt in Erinnerungen.
(Video: nke)

Ein richtiger Youngster ist Jung zwar längst nicht mehr, er bestreitet bereits seine sechste National-League-Saison. Daher ist ausgerechnet Jung der Älteste der acht Natineulinge. Nachdem der Emmentaler zum Ende der Ära von Arno Del Curto stagniert hatte und auch für den einen oder anderen Lapsus gut gewesen war, hat sich sein Spiel inzwischen stabilisiert. Er hat sich zum härtesten HCD-Verteidiger entwickelt – zuverlässig ist er auch geworden.

Gilian Kohler (19, Stürmer, Biel)

Ein steiler Aufstieg: Der Romand bestreitet seine erste National-League-Saison, hat erst 27 NL-Spiele absolviert und im letzten Monat seine ersten beiden Tore erzielt, darf sich aber schon dem Nationaltrainer zeigen. Verdient hat sich Kohler dieses Aufgebot als Leistungsträger der U-20-Nati an der letzten WM. Zuvor hat der Bieler als bester Schweizer Skorer an der U-18-WM 2018 gezeigt, dass er zu den grössten Talenten im Land gehört.

Yannick Zehnder (22, Stürmer, Zug)

Es ist eine Familienangelegenheit: Schon Vater Hardy spielte in den 80er-Jahren für den EVZ. Grossvater Robert war der Vereinspräsident, der die Zentralschweizer in den 70er-Jahren in die NLB und in die NLA führte. Doch das Natiaufgebot für Yannick stellt die bisherigen Erfolge in seiner Familie in den Schatten. Verdient hat es sich der beste Kumpel von Livio Stadler mit seiner bissigen Spielweise und seinen schnellen Beinen.

Justin Sigrist (20, Stürmer, ZSC Lions)

In der Vorsaison hat der St. Galler in der National League debütiert, sich nun im Kader der ZSC Lions festgebissen. Sorgte zuletzt neben Reto Schäppi und Axel Simic im vierten Sturm für viel Betrieb, erhält bei den Zürchern aber auch das Vertrauen in Unterzahl. Bemerkenswert: Seine Zwillingsschwester Shannon spielt in der Frauen-Nati, Justin zieht nun mit seinem ersten Aufgebot von Patrick Fischer nach.

Axel Simic (21, Stürmer, ZSC Lions)

Bei Lausanne musste der Freiburger aus dem Greyerz letzte Saison hinten anstehen und wurde kaum noch eingesetzt. Der Transfer nach Zürich brachte den talentierten und wendigen Offensivmann einen grossen Schritt nach vorne. Spezielles Detail: Mit Teamkollege Justin Sigrist bildet er in Schwamendingen eine Zweier-WG, sie stürmen in derselben ZSC-Linie – und nun sind sie auch noch gemeinsam erstmals in die A-Nati eingerückt.

Valentin Nussbaumer (19, Stürmer, Biel)

Als Schweizer Topskorer an der vergangenen U-20-WM war seine Nomination für die Prospect-Games fast schon logisch. Zumal der Draft der Arizona Hurricanes im Januar sein Nordamerika-Abenteuer vorerst abgebrochen hat, zum EHC Biel zurückgekehrt und somit für den Nationaltrainer greifbar ist. Der Jurassier gilt als agiler Stürmer mit starkem Spielverständnis, schnellen Händen und guten Instinkten vor dem Tor.

Sven Leuenberger (20, Stürmer, Zug)

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Zürcher aus Hüttikon sich in der Nati würde zeigen können, denn in der National League hat sich der mit ZSC-Sportchef und Namensvetter Sven Leuenberger (50) weder verwandte noch verschwägerte Hobbykoch während seiner Premieren-Saison 2018/19 bereits einen Namen als zuverlässiger Center geschaffen. In seinem allerersten Playoff konnte der frühere Junioreninternationale sogar brillieren.

Vom 8. bis am 24. Mai 2020 findet in der Schweiz die IIHF Eishockey-WM statt. 16 Teams messen sich an den Spielorten in Zürich und Lausanne.

Tickets und weitere Infos gibt es auf der Website der IIHF Eishockey-WM: 2020.iihfworlds.com

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