Die Ärzte bereiten Eltern Sorgen
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Die Ärzte bereiten Eltern Sorgen

«Junge» heisst der neue Song von den Ärzten. Die deutschen Rocker besingen einen jungen Taugenichts - das Video löst eine neue Kontroverse über Gewalt in den Medien aus.

Ein Junge kommt von der Bahn ab. Und zwar heftig: glasige Augen, schwankender Gang, blutverschmierte Lippen, zerrissene Kleider. Die Ärzte versetzen sich in die Rolle des Vaters und überhäufen den Taugenichts knappe vier Minuten lang mit den üblichen Vorwürfen.

«Junge» heisst der neue Song der deutschen Rockband Die Ärzte. Kommt der Liedtext noch ohne Zensur aus, hat Sänger Farin Urlaub mit seinen Kollegen beim Video nicht an Zensurwürdigem gespart. Deshalb hat die nach eigenen Angaben beste Band der Welt auch gleich zwei Versionen aufgenommen.

Die Szenen, in denen es selbst den geübten Zuschauern das letzte Essen im Magen kehrt, sind erst ab 22.00 Uhr erlaubt. Während des Tages senden die Musiksender die Comic-Version. Weil das brutale Video sehr leicht im Internet auffindbar ist, nützt die Separation am TV nur wenig.

«Junge, warum hast du nichts gelernt?», fragen Die Ärzte zu Beginn des Songs. Eine ähnliche Frage stellen besorgte Eltern den Medienaufsehern: «Warum hat man von den Gewalt verherrlichenden Musikvideos nichts gelernt?» Die Kommission für Medienschutz in Deutschland und Medienbeauftragte verschiedener Kirchen schalten sich nun ein.

Axel Schulz, Manager der Ärzte, findet das Video schön. Gegenüber dem Onlinedienst Express.de erklärte er, Regisseur und Band hätten dem Genre Zombie-Film huldigen wollen. «Wo soll das alles enden, wir machen uns doch Sorgen» - singen Die Ärzte gegen Schluss von «Junge». Das fragen sich wohl tausende von Eltern auch - und die, die ihre Kinder beim MTV-Gucken erwischen, erst recht.

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