25.10.2020 22:10

MESSERSTECHEREI IN REGENSDORF ZH«Die Ärzte haben uns gesagt, wir sollen für ihn beten»

Bei der Chilbi in Regensdorf kam es am Freitag zu einem Streit zwischen Jugendlichen. Der 16-jährige S.T. wurde dabei schwer verletzt.

von
Lynn Sachs
Monira Djurdjevic
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In Regensdorf ZH eskalierte am Freitag ein Streit zwischen Teenagern. Wie 20 Minuten weiss, wurde der 16-jährige S.T. dabei schwer verletzt. 

In Regensdorf ZH eskalierte am Freitag ein Streit zwischen Teenagern. Wie 20 Minuten weiss, wurde der 16-jährige S.T. dabei schwer verletzt.

Ein 14-Jähriger, der an dem Abend vor Ort war,  sagt: «Eine Gruppe von mehreren Personen pöbelte mal wieder herum. Sie wollten auf eine Person losgehen.» 

Ein 14-Jähriger, der an dem Abend vor Ort war, sagt: «Eine Gruppe von mehreren Personen pöbelte mal wieder herum. Sie wollten auf eine Person losgehen.»

Ein Bekannter von ihm habe sich dazwischengestellt, erzählt der Teenager weiter: «Das kam gar nicht gut an. Es artete aus.» 

Ein Bekannter von ihm habe sich dazwischengestellt, erzählt der Teenager weiter: «Das kam gar nicht gut an. Es artete aus.»

Darum gehts

  • In Regensdorf ZH fand am Wochenende die Chilbi statt.

  • Dabei kam es am Freitag zu einer Messerstecherei.

  • Der 16-jährige S.T. wurde schwer verletzt.

  • Seine Schwester erzählt, wie es ihrem Bruder geht.

Bei einem Streit zwischen mehreren jungen Männern an der Chilbi in Regensdorf ZH ist am Freitagabend ein 16-Jähriger durch Stichverletzungen am Oberkörper schwer verletzt worden. Ein 17-Jähriger wurde als mutmasslicher Täter verhaftet. Das teilte die Kantonspolizei Zürich am Samstag mit.

Ein 14-Jähriger, der an dem Abend vor Ort war, sagt: «Eine Gruppe von mehreren Personen pöbelte mal wieder herum. Sie wollten auf eine Person losgehen.» Ein Bekannter von ihm habe sich dazwischengestellt, erzählt der Teenager weiter: «Das kam gar nicht gut an. Es artete aus.» Der 16-Jährige soll sich daraufhin vom Chilbi-Gelände entfernt haben. «Die Gruppe lief ihm aber hinterher. Einer stach ihm von hinten in den Rücken.»

Wie 20 Minuten weiss, handelt es sich beim Opfer um den 16-jährigen S.T.* aus Regensdorf. «Er ist ein ruhiger Junge. Er hält sich normalerweise aus solchen Dingen raus», sagt seine Schwester. «Was am Freitag genau passierte, wissen wir noch nicht. Er sagte uns, dass er den Täter nicht mal kenne.»

Sie selbst sei nicht vor Ort gewesen, habe aber plötzlich einen Anruf von einem guten Freund erhalten: «Er sagte, dass bei der Chilbi etwas Schlimmes passiert sei. Meine Eltern sind sofort hin.»

«Es braucht nicht viel, und schon eskaliert es»

Der 16-Jährige hat bereits zwei Operationen hinter sich, wie seine Schwester weiter erzählt. «Er muss aber noch einmal operiert werden. Er hat sehr schwere Verletzungen erlitten.» Sie fügt an: «Die Ärzte im Spital haben uns gesagt, wir sollen für ihn beten.»

Die 18-Jährige ist fassungslos: «Dieser Vorfall sollte anderen eine Warnung sein. Es passiert so schnell etwas, wenn Jugendliche mit einem Messer herumlaufen. Dabei leiden auch die Familien der Opfer.»

Laut einem 16-Jährigen ist die Situation in Regensdorf seit Jahren angespannt: «Da gibt es rivalisierende Gangs, die für Unruhe sorgen. Vor allem mit den Gangs aus Dielsdorf gibt es oft Stress.» Der Grund: «Regensdorfer wie auch Dielsdorfer wollen sich beweisen und zeigen, wer der Stärkere ist.»

Er selbst gehe den Personen aus dem Weg: «Mit den Gangmitgliedern ist nicht zu spassen.» Dass es am Freitag zu dem Vorfall kam, sei deshalb nicht verwunderlich, meint der junge Mann. Eine Gruppe von Jugendlichen sieht das ähnlich: «Es muss nur jemand etwas Falsches sagen, und schon eskaliert es.»

«Es traut sich niemand, ihnen etwas zu sagen»

Anwohner erzählen gegenüber 20 Minuten, dass sich vor dem Einkaufszentrum Regensdorf regelmässig Teenager treffen: «Sie machen Lärm und lassen ihren Müll überall herumliegen. Es traut sich aber niemand, ihnen etwas zu sagen», meint eine Frau.

Alexander Renner, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, sagt dazu: «Die Gemeinde Regensdorf stellt hinsichtlich der Kriminalitätsrate, insbesondere der Jugendkriminalität, aus Sicht der Kantonspolizei Zürich keinen Hotspot dar.»

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