Die Ärzte rocken die Stockhorn Arena in Thun auf ihrer «Buffalo Bill in Rom»-Tour
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Mit Humor und SchweizerdeutschDie Ärzte rocken die Thuner Stockhorn Arena

Das Berliner Trio tourt mit ihrer «Buffalo Bill in Rom»-Stadiontournee im deutschsprachigen Raum. Einen Halt machte es am Samstagabend in Thun. Das sind die Konzert-Highlights.

von
Valeria Mazzeo
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Begeistern das Schweizer Publikum: Die Ärzte.

Begeistern das Schweizer Publikum: Die Ärzte.

20min/Matthias Spicher
Das Berliner Trio spielte am Samstagabend in der Stockhorn Arena in Thun. 

Das Berliner Trio spielte am Samstagabend in der Stockhorn Arena in Thun. 

20min/Matthias Spicher
Auf der Bühne standen Farin Urlaub (58), …

Auf der Bühne standen Farin Urlaub (58), …

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

Sie sind eine der wohl bekanntesten deutschen Punkrock-Bands: Seit 29 Jahren rocken Die Ärzte, bestehend aus Farin Urlaub (58), Bela B (59) und Rodrigo Gonzàlez (54), in dieser Formation die Musikszene. Mit ihrer «Buffalo Bill in Rom»-Tour gehen die Jungs zum ersten Mal auf Stadiontournee und machten am Samstagabend auch in der Stockhorn Arena in Thun einen Halt. Im Gepäck: fast 40 ihrer grössten Hits aus fast 30 Jahren. Mit viel Witz und Energie begeisterten sie das Schweizer Publikum.

Melodischer Auftakt

Nachdem nicht nur die Sonne, sondern auch die beiden Vorbands «Pascow» und «Beatsteaks» das Publikum ordentlich eingeheizt haben, ist es so weit. Eine Melodie und dumpfe Paukenschläge erklingen hinter einem Vorhang auf der Bühne. Dann sind Gitarrenklänge zu hören. Ein melodisches Intro wird gespielt. Das Publikum jubelt und klatscht zum Takt. Plötzlich erklingt Farin Urlaubs Stimme aus den lauten Boxen. Die Band eröffnet das Konzert mit dem Song «Himmelblau». Nach dem zweiten Refrain fällt der Vorhang.

Das Trio steht an seinen Instrumenten, die Menge tobt und jault zu den Rockbeats der Band mit. Nach einer Verbeugung geht es gleich weiter mit «Noise», Bela B übernimmt an den Drums die Leadstimme. Angeheizt durch die Beats und die Gitarrenriffs fängt das Publikum schon jetzt an zu pogen - und lässt sich von den warmen 28 Grad nicht aufhalten.

«Ich würde so gerne Schweizerdeutsch reden» 

Nach den ersten Songs wendet sich Bela B an das Publikum. «Guete Abig, wir sind Die Ärzte!», ruft er und erntet Beifall. «Habt ihr Bock zu klatschen?» Es ertönt der Hit «Lasse redn». Beim Song «Fiasko» binden die Berliner die Fans weiter mit ein: «Immer wenn Fiasko ertönt, schreit ihr Hui … !» Von da an quatschen die Jungs immer wieder Unsinn und bringen die Menge so zum Lachen. «Ich würde so gern Schweizerdeutsch reden können», ruft etwa Farin. «Bitte nicht, Farin», meinen seine Bandkollegen. «Ich, am Strand» spielen die Berliner als Nächstes. Die Menschenmenge nimmt die Hände nicht aus der Luft, ein Meer aus Armen bewegt sich von links nach rechts. Immer wieder wird ein Fan in die Luft gehoben und über den Köpfen des Publikums zum Schweben gebracht. 

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«Wir bringen die 80er jetzt zu euch»

Beim Lied «Manchmal haben Frauen ... » setzt der Lead-Gesang aus, das Publikum übernimmt und singt den Refrain leidenschaftlich vor. Auf zwei Bildschirmen sieht man abwechslungsweise die rockende Band und das wild tanzende Publikum. «Das nächste Lied möchte ich mit einer Laola-Welle starten», schreit Farin. Die Menge jubelt und auf Befehl geht eine riesige Laola-Welle durch das ganze Stadion. Mit einem Gitarrensolo startet daraufhin der Hit «Waldspaziergang mit Folgen». «Wir bringen die 80er-Jahre jetzt zu euch, nur etwas kompakter», meint Farin, nachdem sich die drei Jungs schliesslich grüne Leuchtwesten und verrückte Brillen aufgesetzt haben. Neonfarben werden eingeschaltet. Mit robotischer Stimme und Bewegungen stimmen sie das Lied «Elektrobier» an. 

Beifall und Lichtermeer

Die untergehende Sonne taucht den Himmel und die aus dem Stadion sichtbaren Berge in sanftes Rosa – eine besondere Stimmung zum nächsten Hit «Unrockbar». Danach kommt «Deine Schuld». Mittlerweile ist es dunkel. Zum Song «Wie es geht» wird die Bühne in buntes Licht getaucht, das die Köpfe der hüpfenden Menge bescheint. Es folgen die wahrscheinlich bekanntesten Lieder «Schrei nach Liebe» und «Junge», die selbst die Sitzenden zum Aufspringen bringen. Schliesslich zückt das Publikum zum Lied «Mach die Augen zu» die Handytaschenlampen hervor, ein Lichtermeer erhellt das Stadion. Ein passender Ausklang des fulminanten Konzertes, wobei die Band unter riesigem Beifall verabschiedet wird.  

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