Aktualisiert 13.01.2017 12:14

Lindsey Vonn

«Die Ärzte stehen bereit, sollte ich wieder stürzen»

Gut zwei Monate nach dem Armbruch gibt Lindsey Vonn in Zauchensee ihr Blitz-Comeback. Österreichs Teamarzt warnt die Speed-Queen, die um die Gefahr weiss.

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kai/als
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Legenden unter sich: Vor einem Jahr egalisierte Lindsey Vonn (r.) im österreichischen Zauchensee mit ihrem 36. Abfahrtssieg den Rekord von Annemarie Moser-Pröll. Am Samstag kehrt der US-Ski-Star nach zweimonatiger Verletzungspause an gleicher Stätte in den Weltcup zurück.

Legenden unter sich: Vor einem Jahr egalisierte Lindsey Vonn (r.) im österreichischen Zauchensee mit ihrem 36. Abfahrtssieg den Rekord von Annemarie Moser-Pröll. Am Samstag kehrt der US-Ski-Star nach zweimonatiger Verletzungspause an gleicher Stätte in den Weltcup zurück.

APA
Den letzten Test absolvierte Vonn in Vail, Colorado, bevor sie nach Europa aufbrach.

Den letzten Test absolvierte Vonn in Vail, Colorado, bevor sie nach Europa aufbrach.

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Über 300 Stunden hat die 32-Jährige in die Reha investiert, um möglichst bald wieder Rennen bestreiten zu können.

Über 300 Stunden hat die 32-Jährige in die Reha investiert, um möglichst bald wieder Rennen bestreiten zu können.

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Ihr unbändiger Ehrgeiz hat sie einmal mehr zu einer schnellen Rückkehr getrieben. Neun Wochen sind erst vergangen, seit sich Lindsey Vonn im Training den rechten Oberarm gebrochen hat und eine Operation unumgänglich wurde. «Zermürbende neun Wochen», die Vonn als die härtesten ihrer Karriere bezeichnet.

Denn die 76-fache Weltcupsiegerin hatte nicht die ganze Wahrheit über ihre Verletzung preisgegeben, wie sie auf Facebook schreibt. «Was ich euch nicht gesagt habe, war, dass ich auch schwerwiegende Nervenschäden erlitten hatte», heisst es dort. Zum Text stellte die 32-Jährige einen kurzen Film, der ihre Reha beleuchtet – und offenbart, wie schlimm es um ihren Arm tatsächlich stand (siehe unten).

Die Hand gehorcht nicht

So zeigt das Video, wie Vonn am ersten Tag nach dem Eingriff versucht, ihre Hand zu bewegen, diese aber keine Regung zeigt. «Als ich nach der OP aufgewacht bin, hat mein kompletter Arm nicht funktioniert», schreibt sie. Alltägliche Tätigkeiten wie die Finger ausstrecken oder einen Löffel zum Mund führen musste sie neu erlernen.

Die Nachwehen der Verletzung machen Vonn weiterhin zu schaffen. «Noch heute habe ich Probleme mit einfachen Sachen, wie meinen Skihandschuh anzuziehen oder mir die Haare zu machen», sagt Vonn. «Aber ich bin an einem Punkt, an dem ich mit meiner Hand in den meisten Situationen zurechtkomme.»

Mahnende Worte vom Mediziner

Der Arm ist so weit genesen, dass sich Vonn wieder zutraut, Wettkämpfe auf höchstem Niveau zu bestreiten. «Ich habe einige Rennen verpasst, aber ich hoffe, dass ich das wettmachen und noch einige Siege feiern kann», sagt sie. Am liebsten schon am Samstag in der Abfahrt im österreichischen Zauchensee, wo sie bereits vier Rennen gewonnen hat. Zuletzt die Abfahrt im Vorjahr, als sie mit dem 36. Erfolg in ihrer Paradedisziplin den Rekord von Annemarie Moser-Pröll egalisierte.

Es gibt aber besorgte Stimmen, die Vonn vor einer verfrühten Rückkehr warnen. Dr. Artur Trost, der die österreichischen Skifahrer betreut, sagt mit Blick auf die im November von Vonn geposteten Röntgenbilder zu Oe24.at: «Wenn Lindsey erneut stürzt, hat sie ein Problem. Denn der Knochen kann in der kurzen Zeit noch nicht richtig verheilt sein, der Oberarm ist nur durch die verschraubte Platte stabil.»

«Brauche den Speed wie die Luft zum Atmen»

Dieses Urteil bestätigte die 32-Jährige an der Pressekonferenz gleich selbst. «Es besteht das Risiko, dass der Arm oberhalb dieser Platte leichter bricht. Also muss alles gut vorbereitet sein, damit ich möglichst schnell mit dem Helikopter ins Spital komme und keine Probleme mit den Nerven bekomme. Das Risiko ist schon sehr hoch. Deshalb stehen die Ärzte bereit, sollte ich nochmals stürzen.»

Ein Worst-Case-Szenario würde eine umgehende Rückreise in die USA bedeuten. Im besten Fall würde sich Vonn dort operieren lassen. Entsprechend vorsichtig wolle sie sein. «Aber es ist das, was ich am meisten liebe. Ich brauche das Skifahren und den Speed wie die Luft zum Atmen», zitiert skionline die Speed-Queen.

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