Aktualisiert

Griechenland-SanierungDie Alten sollen gehen

Ältere Beschäftigte sollen die geplanten Stellenstreichungen in Griechenlands öffentlichem Dienst hauptsächlich tragen. Darauf haben sich die Regierung und die Troika geeinigt

Premierminister George Papandreou muss sein Land kurieren.

Premierminister George Papandreou muss sein Land kurieren.

Eine Lösung scheint gefunden: Vertreter von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) hätten dem Vorschlag zugestimmt, dass die meisten der Kürzungen über 60 Jahre alte Staatsdiener kurz vor der Rente betreffen sollen, berichtete der private Fernsehsender Mega am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise.

Das Kabinett muss der Vereinbarung noch zustimmen, dafür ist am (heutigen) Sonntagabend eine Sitzung geplant. Den Vorschlag hatten Finanzminister Evangelos Venizelos und der Minister für Reformen im Öffentlichen Dienst, Dimitris Reppas, erarbeitet.

Ab in die Reserve

Bis Ende des Jahres sollen in Griechenland im öffentlichen Dienst 30 000 Stellen gestrichen werden. Bis zu 23 000 ältere und kurz vor der Rente stehende Beamte würden demnach Ende des Jahres in eine sogenannte Reserve-Stellung mit geringerer Bezahlung versetzt, weitere 7000 Stellenkürzungen sollen sich aus der Abschaffung oder Fusion von etwa 150 staatlichen Behörden ergeben. Die Fusionen wurden bereits im vergangenen Jahr beschlossen, bislang aber kaum umgesetzt. In den wenigen Fällen, in denen es tatsächlich zu Fusionen kam, wurde bislang niemand entlassen.

Das Emirat Katar will unterdessen in ein griechisches Goldabbauunternehmen einsteigen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde bei einem Treffen des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou mit dem Emir von Katar, Scheich Hamad Bin Chalifa Al Thani, am Samstag unterzeichnet. Die Vereinbarung zeige, dass Katar Vertrauen in die griechische Wirtschaft habe, sagte Papandreou nach dem Treffen.

(dapd)

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