Aktualisiert 09.02.2015 10:06

Patrick Küng

«Die Amis finden die Medaille geil»

Patrick Küng hat nach seinem WM-Titel in der Abfahrt wenig geschlafen. Party und Adrenalin sind schuld.

von
Adrian Hunziker, Beaver Creek
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Die letzten Schweizer Medaillengewinner an Weltmeisterschaften
Die letzten Schweizer Medaillengewinner an Weltmeisterschaften

Beaver Creek, 2015Patrick Küng, Abfahrt, Gold

Keystone/Jean-christophe Bott
Beaver Creek, 2015Beat Feuz, Abfahrt, Bronze

Beaver Creek, 2015Beat Feuz, Abfahrt, Bronze

Keystone/Jean-christophe Bott
Beaver Creek, 2015Lara Gut, Abfahrt, Bronze

Beaver Creek, 2015Lara Gut, Abfahrt, Bronze

Keystone/Jean-christophe Bott

Patrick Küng, wie war die Nacht nach dem WM-Titel?

Sehr gut, ich habe mit Familie, Freunden und Kollegen gefeiert, es war sehr schön. Etwas wenig Schlaf habe ich schon bekommen, das nimmt man aber nach einem Weltmeistertitel gern in Kauf.

Es gibt ja viele Athleten, die sofort nach einem Titel sagen, sie könnten es gar nicht richtig fassen. Nun sind einige Stunden vergangen. Können Sie den Sieg nun etwas einordnen?

Ich war am Morgen sehr müde, konnte aber nicht wirklich schlafen, schaute mir dann auf dem Laptop meine Fahrt und einige Interviews an. So habe ich das Erreichte etwas besser realisiert. Es fühlt sich gut an, ich bin froh, dass es so gekommen ist und nicht anders. Sonst wäre ich nun schon auf dem Heimweg. So kann ich das schöne Wetter hier noch geniessen.

Sie haben gesagt, Sie konnten nicht schlafen. Hat das mit der Verarbeitung des Geschehenen zu tun?

Nach jeder Abfahrt ist es schwierig, den Körper runterzufahren – nach einem solchen Erfolg sowieso. Man ist halt auf Adrenalin, völlig aufgepuscht, bis du da zur Ruhe kommst, ist es schnell Morgen. Heute wäre ich eigentlich sehr müde gewesen, konnte aber nicht mehr richtig schlafen, also ging ich etwas spazieren.

Hier können Sie sich in den Strassen unerkannt bewegen, in Österreich und in der Schweiz wäre das anders. Gefällt Ihnen das?

Wenn die Amerikaner die Medaille sehen, finden sie das geil und kommen näher und wollen Fotos machen (lacht). Sonst ist es schon nicht dasselbe wie bei uns. Aber es ist schon schön, wenn man durch das Dorf gehen kann, ohne davonrennen zu müssen. In Kitzbühel geht das nicht.

So ein Weltmeistertitel kann das Leben verändern. Wie sehen Sie dem entgegen?

Kurzfristig verändert sich wohl nichts, längerfristig vielleicht schon. Der Titel ist sicher etwas, das für immer bleibt und nachhaltig ist. Ein schöner Moment. Später werde ich mich sicher gern daran zurückerinnern.

Was machen Sie, wenn Sie zurück in der Schweiz sind?

Jetzt brauche ich etwas Ruhe, die zwei Wochen hier waren sehr intensiv und wir hatten nicht viele Pausen. Es gab immer ein Training oder ein Rennen. Jetzt gehe ich mal eine Woche nicht auf die Ski und dann steht schon wieder Saalbach an.

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