Kokainrausch auf Autobahn: Die Amokfahrt eines Aargauer Ex-Fussballers
Aktualisiert

Kokainrausch auf AutobahnDie Amokfahrt eines Aargauer Ex-Fussballers

Mit einem «Schneesturm im Kopf» hat sich ein koksender Ex-Fussballer auf der Autobahn ein hirnrissiges Duell mit einem Porsche geliefert. Nun wurde der Wiederholungstäter zu einer hohen Geldstrafe von 16 200 Franken sowie zu einer Busse von 1500 Franken verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Der heute 32-jährige Angeklagte galt im Schweizer Fussball lange Zeit als hoffnungsvolles Nachwuchstalent. Der Aargauer stand auch schon im Aufgebot der Junioren-Nationalmannschaft. Doch das ist alles Schnee von gestern. Heute schafft er es nicht mehr mit sportlichen Leistungen, sondern mit gefährlichen «Schneefahrten» in die Schlagzeilen.

Im Kokainrausch über die Autobahn

So schlug er auch am 16. März 2007 zu. Damals fuhr der Ex-Fussballer am Morgen mit seinem Personenwagen der Marke „Audi Quattro" von Mägenwil in Richtung Zürich über die Autobahn, unter starkem Kokaineinfluss und mit mindestens 1,53 Promillen Alkohol im Blut. Auf der Höhe des Rastplatzes Würenlos verlor der «Schneefahrer» seine Nerven und überholte ausgerechnet einen Rennwagen der Marke Porsche von rechts. Darauf lieferten sich beide Autolenker ein hirnrissiges Duell, wobei der berauschte Aargauer seinen Gegner auch ausbremste. Am Autobahnende vor dem Zürcher Hardturm stellte der Angeklagte seinen Wagen sogar quer, um seinen Kontrahenten zum Anhalten zu zwingen. Dieser setzte sich aber rückwärts über den Pannenstreifen ab, worauf ihm der Aargauer folgte und sich ebenfalls rückwärts auf dem Pannenstreifen bewegte. Als die Polizei eingriff, kam heraus, dass der Amokfahrer bereits im Januar 2007 seinen Führerausweis abgegeben hatte, schon damals wegen Kokains am Steuer.

Wegen Berufsstress süchtig geworden

Vor Gericht gab der reumütige Angeklagte im letzten Mai alles zu, nämlich insgesamt drei Rauschfahrten sowie sämtliche eingeklagten Verkehrsregelverletzungen. Er gab beruflichen Stress als Tatmotiv an. Tagsüber verkaufte er als Servicetechniker Grossküchengeräte. In der Nacht betrieb er eine eigene Bar, wobei er sich nur mit der Hilfe von Kokain wach halten konnte.

Hohe unbedingte Geldstrafe

Am Mittwoch stellte das Bezirksgericht Zürich das Urteil den Parteien zu. Demnach wurde der Angeklagte des mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Fahrens trotz Entzug des Führerausweises, mehrfacher grober Verkehrsdelikte sowie mehrfacher Übertretungen des Betäubungsmittelgesetzes für schuldig befunden. Antragsgemäss kassierte er eine hohe, unbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 90 Franken. Neben den 16 200 Franken soll er zusätzlich eine Busse von 1500 Franken bezahlen, zudem eine satte Gerichtsgebühr von rund 8000 Franken. Das bedeutet, dass insgesamt über 25 000 Franken zu Buche schlagen. Um einen Rückfall zu verhindern, ordnete das Gericht eine ambulante Massnahme für den Angeklagten an. Er besucht bereits heute eine Therapie und trainiert in einer Aargauer Gemeinde Fussball-Juniorinnen.

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