Champions League: Die Ampel steht für den FCZ auf Grün
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Champions LeagueDie Ampel steht für den FCZ auf Grün

Es gibt 20 Millionen Gründe, gegen den lettischen Meister Ventspils in der Qualifikation für die Champions League nicht zu scheitern. Der FCZ greift gegen den baltischen Underdog nach Europas Sternen.

von
Sandro Compagno aus Lettland

Es war ein kühler Empfang, den die lettische Metropole Riga dem FC Zürich gestern bescherte: Regen und 16 Grad. Per Polizeieskorte wurde die Mannschaft von Bernard Challandes ins Radisson SAS Daugava geleitet. Resultat: drei Ampeln bei Rot passiert, zwei Autokolonnen dazu gezwungen, eine Gasse zu bilden, Zeitersparnis auf der viertelstündigen Fahrt: geschätzte 2 Minuten 30.

Für den Schweizer Meister stehen am Mittwoch Abend und im Rückspiel am Dienstag neben dem sportlichen Selbstverständnis gegen den lettischen Aussenseiter gegen 20 Mio. Franken auf dem Spiel. Der FC Basel konnte in der abgelaufenen Saison aus Prämien (12,9 Mio.) und Zuschauereinnahmen (rund 10 Mio.) satte 22,9 Mio. Franken generieren – trotz schlechten Abschneidens mit fünf Pleiten und einem Remis in der Gruppenphase. Insgesamt 890 Mio. Franken hat die Uefa letzte Saison an die europäische Elite ausgeschüttet. Tendenz steigend. Eigentlich will FCZ-Präsident Ancillo Canepa nicht über Geld reden: «Dazu ist es zu früh. Aber natürlich gäben uns diese Millionen Luft für die nächsten zwei Jahre.»

Auch für die Spieler wäre die Qualifikation für die Gruppenphase lohnend, es liegen Prämien im sechsstelligen Bereich drin. «Es ist die grösste Chance, die der FCZ je hatte», sagt Hannu Tihinen. Der Finne warnt aber vor zu viel Selbstsicherheit: «Es kann sein, dass wir Favorit sind. Aber auch in Lettland träumen sie von der Champions League.»

Eine Eskorte gab es nur vom Flughafen zum Hotel. Den Weg in die Gruppenphase der Champions League müssen die Zürcher schon selber finden.

Ventspils: Gross, stark, aber nicht sehr schnell

Den FC Zürich erwartet heute im Skonto-Stadion von Riga zwar kein Freilos, aber ein Kontrahent, gegen den das Wort «ausscheiden» nicht existieren darf. Trainer Bernard Challandes bereitete seine Equipe gestern Abend mittels DVD-Stu­dium auf den FK Ventspils vor, zeigte Szenen aus der CL-Quali der Letten gegen Dudelange (Lux) und Bate Borisow (WRuss). «Sie sind körperlich stark», weiss der Romand, «einige Verteidiger sind über 1,90 Meter gross, dafür nicht sehr schnell.»

«Sie spielen aggressiv», sagt Johan Vonlanthen. Der formstarke Offensivmann hat 2007 mit Salzburg in der CL-Quali gegen Ventspils gespielt. 3:0 und 4:0 gewannen die Österreicher. Vonlanthen: «Normalerweise sollten die Letten für uns kein Problem darstellen.» Beim FCZ sind sie trotzdem gewarnt: Fünf Ventspils-Kicker gehören in der WM-Quali zu Lettlands Nationalteam. Und das liegt nur drei Punkte hinter der Schweizer Nati.

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