Ou yeah Ouya: Die Android-Konsole ist gelandet
Aktualisiert

Ou yeah OuyaDie Android-Konsole ist gelandet

Über 60'000 Personen sprachen der Ouya ihr Vertrauen aus und unterstützten das erfolgreiche Kickstarter-Projekt. Ob das Gerät seine 100 Franken wert ist, zeigt unser Test.

von
Philipp Rüegg

Über 8.5 Millionen Dollar kamen auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter für die Android-Konsole Ouya zusammen. Die Hersteller versprachen für 99 Dollar eine Spielkonsole, die für alle zugänglich und erschwinglich sein soll. Offen für Bastler, Entwickler und Gelegenheitsspieler bildet die Ouya das Bindeglied zwischen «richtigen» Konsolen und Smartphones oder Tablets. Am 25. Juni landete der Würfel im Handel und war bei Amazon im Nu ausverkauft. Weil auch wir uns nicht vor dem Ouya-Hype bewahren konnten, erhielten wir noch vor dem offiziellen Verkaufsstart unser Kickstarter-Modell zugeschickt.

Im Umfang enthalten ist die Konsole, ein Gamepad sowie die dazugehörigen Kabel. Das schlichte aber elegante Gerät ist etwa so gross wie ein Rubiks-Würfel. Der Controller ist etwas grösser als ein Xbox- oder PS3-Controller und kann in Sachen Qualität nicht ganz mit den Grossen mithalten. Bei festem Drücken kann es passieren, dass die Knöpfe stecken bleiben. Ein Problem, dass bei der Verkaufsversion behoben sein soll. Dafür besitzt er ein Touchpad, welches allerdings etwas zu klein und zu ungenau ist.

Einfach und übersichtlich

Die Installation ist denkbar einfach. Man schliesst das Gerät mit dem mitgelieferten HDMI-Kabel an den Fernseher an und schaltet es ein. Per Wifi oder LAN verbindet man die Ouya mit dem Internet und erhält beim Start gleich das erste Update. Das Menü der Ouya ist simpel, hübsch und schnell. Die Vier Optionen Play, Discover, Make und Manage führen zu den wichtigsten Bereichen.

Spiel-Angebot noch dürftig

Unter Discover kann man die bisher rund 180 Spiele austesten. Ohne optisches Laufwerk wird alles digital abgewickelt. Jedes Spiel muss gratis testbar sein. Manche sind komplett umsonst, andere kosten. Hier mangelt es etwas an Übersicht. Erst im Spiel erkennt man, wie viel der volle Spass kostet. Viele Spiele sind Ports von bekannten Android-Spielen und unterscheiden sich kaum von den Originalversionen. Allerdings findet man auch einige Juwelen, wie «Little Crane», bei dem man mit einem Bagger Physik-Aufgaben lösen muss.

Zwar basiert die Ouya auf Android 4.1.2, hat aber keinen direkten Zugang zum Google Play Store. Wer will, kann über den integrierten Browser zwar theoretisch jede App runterladen und installieren, mangels Kompatibilität funktionieren aber nicht alle gleich gut. Die meisten Spiele sind für Touch-Bedienung ausgelegt und nicht für ein Gamepad. Apropos Gamepad: Statt des mittelmässigen Ouya-Controllers kann man auch seine PS3-Controller anschliessen. Beim Test hat sich dabei allerdings der Ouya-Controller verabschiedet und erst nach einigem hin und her konnte dieser wieder verbunden werden. Per USB-Kabel funktionieren auch Xbox-360-Controller.

Als Mediacenter nur bedingt geeignet

Viele werden sich die Ouya aber ohnehin nicht zum Spielen kaufen. Der kleine Würfel stellt die beste Voraussetzung für ein Mediacenter dar. Die wohl verbreitetste Software ist XBMC. Die Entwickler des Opensource-Programm zum Filme schauen oder Musik hören, haben bereits ihre Zusammenarbeit mit Ouya angekündet. Die Leistung der aktuellen Android-Version ist aber noch bescheiden. Zudem fehlt die Surround-Sound-Unterstützung.

Das Fazit

Wer sich die Ouya bestellt, erhält, was er bezahlt. Eine Mini-Konsole im Wert von 100 Franken, nicht mehr und nicht weniger. Das kleine Teil besitzt zwar viel Potenzial, wird aber erst richtig aufblühen, wenn der nötige Support da ist. Sobald genug Geld geflossen ist und genug Ouyas auf dem Markt sind, kommt auch die entsprechende Software. Die Hersteller haben derweil ein jährliches Hardware-Update angekündet. Bis dahin bleibt die erste Generation ein nettes kleines Spielzeug für Bastler und Gelegenheitsspieler.

(Quelle: YouTube/GamePlayDiaries)

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