Mekka: Die Angst vor dem Virus während der Pilgerreise

Aktualisiert

MekkaDie Angst vor dem Virus während der Pilgerreise

In Mekka hat die grösste muslimische Pilgerreise begonnen. Überschattet wird das Massen-Ereignis von Befürchtungen um eine Ausbreitung des Corona-Virus.

Rund zwei Millionen Menschen haben sich am Sonntag in Mina nahe der saudiarabischen Stadt Mekka zum Beginn der diesjährigen islamischen Pilgerfahrt Hadsch versammelt. Die Gläubigen machten sich am Morgen zu Fuss, in Bussen oder mit dem Zug ins Mina-Tal auf, um dort zu beten und innere Einkehr zu halten.

Unter den Pilgern waren auch die Präsidenten der Türkei und des Sudan, Abdullah Gül und Omar al-Baschir. Die Nacht sollten die Pilger in 45'000 feuerbeständigen weissen Zelten verbringen, bevor sie am Montag auf den sechs Kilometer entfernten Berg Arafat steigen. Anschliessend ziehen sie zurück nach Mina, wo sie die Hadsch mit der symbolischen Steinigung des Teufels fortsetzen. Zur Hadsch gehören ausserdem Gebete an der Kaaba in der grossen Moschee von Mekka.

Furcht vor Coronavirus

Das weltweit grösste muslimische Pilgerereignis endet am kommenden Freitag. Dieses Jahr ist es von Befürchtungen über eine Ausbreitung des in Saudi-Arabien aufgetretenen Coronavirus MERS überschattet. Daran starben im Königreich bislang 51 Menschen. Ein Sprecher des saudiarabischen Gesundheitsministeriums versicherte auf einer Pressekonferenz am Sonntag, unter den Pilgern sei bisher kein Krankheitsfall registriert worden.

Das Königreich bot mehr als 100'000 Soldaten und Polizisten auf, um einen reibungslosen Ablauf der Pilgerreise zu gewährleisten. Die Sicherheitskräfte sollen ausserdem jegliche politische Instrumentalisierung der Hadsch verhindern.

1987 hatten iranische Pilger eine gegen die USA und Israel gerichtete Demonstration veranstaltet. Bei deren Niederschlagung wurden mehr als 400 Menschen getötet. In den folgenden Jahren hatte es bei der Hadsch Unfälle, darunter einen Brand in der Zeltstadt Mina, sowie Fälle von Massenpanik mit hunderten Toten gegeben.

Als Folge der Ereignisse von 1987 hatte die Islamische Weltkonferenz auf Vorschlag Saudi-Arabiens ein Jahr später eine Quotenregelung festgelegt, die je Land einen Schlüssel von 1000 Pilgern pro eine Million Einwohner vorsieht.

Weniger ausländische Pilger

Der saudiarabische Innenminister Prinz Mohammed ben Najef gab die Zahl der Pilger aus dem Ausland am Sonntag mit knapp 1,4 Millionen an, 21 Prozent weniger als im Vorjahr. Riad hat eine Verringerung der Zahl der Pilger aus dem Ausland um 20 Prozent und der aus Saudi-Arabien um 50 Prozent durchgesetzt und dies mit der Gefahr einer Epidemie mit dem Coronavirus MERS sowie laufenden Vergrösserungsarbeiten an den heiligen Stätten des Islam begründet.

Laut Koran sollte jeder Muslim mindestens einmal in seinem Leben in den wichtigsten islamischen Wallfahrtsort Mekka pilgern - dorthin, wo der Prophet Mohammed um das Jahr 570 als Sohn eines Händlers geboren wurde.

(Video: SnackTV) (sda)

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