Zürcher in Neuseeland: «Die Angst vor neuen Beben war ständig da»
Aktualisiert

Zürcher in Neuseeland«Die Angst vor neuen Beben war ständig da»

Zwei Erdbeben hat der Zürcher Fabian Lüssi mit seiner Familie in Neuseeland überstanden. Jetzt sind sie aus der zerstörten Stadt geflohen – und versuchen in der Schweiz einen Neuanfang.

von
Roman Hodel
Bis die Schäden behoben sind, wird es noch lange dauern: Fabian Lüssi mit seinem Sohn in Christchurch.

Bis die Schäden behoben sind, wird es noch lange dauern: Fabian Lüssi mit seinem Sohn in Christchurch.

Mit seiner grossen Liebe, der Maori Ngara (36), zog der Zürcher Fabian Lüssi (29) vor fünf Jahren nach Christchurch. Dort kamen die gemeinsamen Kinder Talia (4) und Niko (1) zur Welt. «Bis die Erde bebte, führten wir in Neuseeland ein glückliches Leben», sagt Lüssi. Am 4. September 2010 kam es zur ersten Naturkatastrophe, am 22. Februar 2011 folgte der zweite Schock: 172 Menschen starben in den Trümmern des zweiten Bebens.

Seither war nichts nicht mehr wie vorher: «Die Parks, in denen unsere Kinder unbeschwert spielten, sind zerstört, viele Krippen und Schulen so stark beschädigt, dass noch heute kein normaler Betrieb möglich ist.» Die ständigen Nachbeben strapazierten die Nerven. «Und ständig war da die Angst, dass wir bei einem nächsten starken Erdbeben nicht noch einmal unbeschadet davonkommen würden», so Lüssi. Schweren Herzens entschied er sich, in die Schweiz zurückzukehren. Am Freitag landete die Familie am Flughafen Kloten.

Sie gaben viel auf: In Christchurch lebte Lüssi in einem eigenen Haus mit Garten, jetzt bewohnen sie vorerst ein Zimmer bei seinen Eltern im Zürcher Oberland. In Neuseeland hatte der gelernte Elektronikmonteur eine Kaderstelle, in der Schweiz befindet er sich nun auf Jobsuche: «Wir fangen noch einmal bei null an.» Nur einen Tag nach ihrer Ankunft in der Schweiz wurde Christchurch erneut von einem ­Beben der Stärke 5,2 heimgesucht. Lüssi: «Da wussten wir endgültig, dass wir das Richtige getan haben.»

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