Bei EZB in Sicherheit: Die «Angstkasse» wird immer voller
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Bei EZB in SicherheitDie «Angstkasse» wird immer voller

Das Barometer der Angst schlägt erneut nach oben aus: Die Banken der Eurozone parkierten in der Nacht auf Freitag 777 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank.

von
sas
Mitte Woche hat die EZB die Geldschleusen geöffnet und den Banken billige Kredite gewährt. Nun ist das Geld wieder bei der EZB gelandet.

Mitte Woche hat die EZB die Geldschleusen geöffnet und den Banken billige Kredite gewährt. Nun ist das Geld wieder bei der EZB gelandet.

Die «Angstkasse» hat in der Nacht auf Freitag einen neuen Rekordstand erreicht. Die Finanzinstitute der Eurozone bunkerten in der Nacht zum Freitag den Rekordbetrag von 777 Milliarden Euro in den Tresoren der Europäischen Zentralbank (EZB). Das übertrifft den bisherigen Höchststand um knapp 250 Milliarden Euro, wie aus den neusten EZB-Zahlen hervorgeht. Vor zwei Tagen hatte die Banken erst 475 Milliarden Euro in Frankfurt parkiert.

Am Mittwoch hatte die EZB für den grossen Geldregen gesorgt und 800 Banken Günstig-Kredite in der Höhe von 529 Milliarden zur Verfügung gestellt. Der Grund für die Massnahme ist die Angst vor einer drohenden Kreditklemme. Wie sich nun zeigt, ist ein Grossteil des Notgeldes gleich wieder an die Notenbank zurückgeflossen. Die Finanzinstitute bekommen von der EZB einen Mini-Zins von 0,25 Prozent, während sie fürs Geld ein Prozent Zins zahlen müssen.

«Der reine Liquiditätsbedarf der Banken ist inzwischen übererfüllt», sagte ein Geldmarkthändler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Das Problem sei, dass das Geld nicht von A nach B komme. Es hake an der Umverteilung. Schon beim ersten Öffnen der Geldschleusen der EZB im vergangenen Dezember hatten die Banken das neue Geld erst einmal bei der Zentralbank in Sicherheit gebracht.

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