Satire?: «Die Anspielung Aktivisten zu überfahren geht zu weit» – Zeki steht für neues Video in der Kritik

Publiziert

Satire?«Die Anspielung Aktivisten zu überfahren geht zu weit» – Zeki steht für neues Video in der Kritik

«Überfahrene Aktivistinnen» – Das neue Video des Schweizer Comedians Zeki polarisiert und wirft die Frage auf: Darf Satire das? Experten schätzen ein. 

von
Thomas Obrecht
Tim Haag
1 / 4
Comedian Zeki Bulgurcu polarisiert mit seinem neusten Instagram-Post.

Comedian Zeki Bulgurcu polarisiert mit seinem neusten Instagram-Post.

Screenshot Youtube/Zekisworld
In dem Video überfährt der Basler Comedian in der Rolle des Lastwagenchauffeurs Aktivistinnen und Aktivisten von Renovate Switzerland.  

In dem Video überfährt der Basler Comedian in der Rolle des Lastwagenchauffeurs Aktivistinnen und Aktivisten von Renovate Switzerland.  

20min/Ela Çelik
Kevin Toma von der Influencer-Plattform Picstars kann nicht über das Video lachen: «Die Anspielung darauf, Klimaaktivistinnen zu überfahren geht klar zu weit.»

Kevin Toma von der Influencer-Plattform Picstars kann nicht über das Video lachen: «Die Anspielung darauf, Klimaaktivistinnen zu überfahren geht klar zu weit.»

Screenshot/picstars.com

Darum gehts

«Unterste Schublade» bis «absolut genial» – das neueste Video des Schweizer Comedians und Influencers Zeki Bulgurcu alias «Zeki» sorgt in den sozialen Medien für hitzige Diskussionen. Die Kommentare reichen von Ablehnung bis hin zu Zuspruch und gewaltverherrlichenden Aussagen. Auch Experten sind  über das Video uneinig.

«Klimaaktivistinnen zu überfahren geht zu weit»

«Die Anspielung darauf, Klimaaktivistinnen zu überfahren geht klar zu weit», sagt Kevin Toma von der Influencer-Marketing Agentur Picstars. «Das Video generiert zwar Aufmerksamkeit, aber legitimiert gleichzeitig Gewalt, was ich entschieden ablehne.»

Gerade im Hinblick auf Zekis Reichweite, hätte Toma einen besseren Umgang mit dem Thema erwartet. «Zeki ist ein bekannter Comedy-Creator und dieses Video sollte mutmasslich satirisch gemeint sein. Es ist jedoch fraglich, ob es von allen auch als Scherz verstanden wird.»

Im Hinblick auf Werbedeals könnten solche Inhalte Zeki eher schaden, sagt Kevin. «Unternehmen suchen Influencerinnen und Influencer, die ein gewisses Markenimage fördern. Unangemessene Posts und Positionen, können dazu führen, dass Unternehmen von Partnerschaften Abstand nehmen.»

«Im Rahmen der Kunst dürfen Inhalte extrem sein»

Raphaela Cueni, Rechtsdozentin der Universität Basel, hält das Video rechtlich nicht für kritisch. «Wenn Zeki öffentlich zu Gewalt aufrufen würde, würde er sich strafbar machen. Hier scheint es aber, als würde er sich in seiner Rolle als Comedian überspitzt und in nicht ernst zu nehmender Weise über Protestaktionen lustig machen.» Als ein öffentliches Aufrufen zu Gewalt im strafrechtlichen Sinn sei das Video deshalb nicht einzustufen.

Darf man ein solches Video veröffentlichen?

«Straftaten in den Sozialen Medien zu verfolgen, ist oft komplizierter als im echten Leben», weiss Anwalt Christian Lenz der Kanzlei Lenz & Caduff. «Grund dafür ist, dass die Strafverfolgungsbehörden auf Informationen von Instagram und Co. angewiesen sind, um herauszufinden, wer sich hinter den Accounts verbirgt.» Trotzdem sei das Internet kein rechtsfreier Raum: «Was im analogen Leben verboten ist, ist auch im Internet verboten.»

Deine Meinung