Interviewer berichtet – «Die Anweisung war klar – keine Fragen zur Impfung von Novak Djokovic»
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Interviewer berichtet«Die Anweisung war klar – keine Fragen zur Impfung von Novak Djokovic»

Zwei Tage nach der angeblichen positiven Testung der Tennis-Weltnummer 1 konnte ihn ein französischer Reporter interviewen. Franck Ramella erinnert sich: «Djokovic behielt seine Maske die ganze Zeit über an.»

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Franck Ramella interviewte Novak Djokovic am 18. Dezember in Belgrad.

Franck Ramella interviewte Novak Djokovic am 18. Dezember in Belgrad.

Screenshot «L’Equipe»
Beim Interview habe Djokovic seine Maske stets aufbehalten, so Ramella.

Beim Interview habe Djokovic seine Maske stets aufbehalten, so Ramella.

REUTERS

Darum gehts

  • Journalist Franck Ramella und Fotograf Etienne Garnier von der französischen Sportzeitung «L’Équipe» interviewten Novak Djokovic am 18. Dezember in Belgrad.

  • Dabei seien Fragen zu dessen Impfung tabu gewesen.

  • Djokovic habe ausser für den Fototermin die Maske nie ausgezogen – auch auf Bitten des Interviewers nicht.

Novak Djokovic hat zugegeben, trotz positivem Corona-Test am 16. Dezember zwei Tage später einem Sportjournalisten von «L'Équipe» ein Interview gegeben zu haben. «Obwohl ich nach dem Interview nach Hause bin und mich für die vorgeschriebene Dauer in Isolation begeben habe, war das, nach genauerem Nachdenken, eine Fehleinschätzung und ich sehe ein, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen», schrieb Djokovic. Er habe aber seine Maske getragen und den nötigen Abstand eingehalten.

Der Journalist, der damals in Belgrad mit Djokovic sprach, heisst Franck Ramella. Er erinnert sich, wie er das Interview anlässlich der Preisübergabe der von «L'Équipe» verliehenen «Champion des Champions»-Trophäe erlebte. «Es sollte schnell und gut gehen, und Étienne, der Fotograf, richtete sein temporäres Studio in einem der Salons des Novak Centers ein», schreibt Ramella. Während der Wartezeit von rund 90 Minuten seien sie vom Personal mit geschnittenen Früchten versorgt worden. «Schliesslich kam Djokovic, lächelnd und ebenfalls maskiert.» Er habe sich mit dem Tennisstar dann zunächst über das Skifahren unterhalten.

Dann sei die Übergabe der Trophäe erfolgt. Für den Fotografen habe Djokovic kurz die Maske ausgezogen: «Man posiert nicht mit halb bedecktem Gesicht», so Ramella. Der «Djoker» habe dann für den Fotografen verschiedene Posen eingenommen, gelächelt und auch geschrien, «um als Sieger echter herüberzukommen».

Die Eltern von Novak Djokovic und sein Bruder gaben am Montagnachmittag eine Medienkonferenz, um ihre Seite der Geschichte zu erzählen. Nach einer kritischen Frage beendeten sie die PK.

«Er wollte die Maske nicht abnehmen»

Dann sei man zum Interview gekommen. «Die Anweisung im Vorfeld war klar: Keine Fragen zur Impfung und zu den Absichten des Serben im Hinblick auf seine Teilnahme an den nächsten Australian Open», berichtet Ramella. «Ein sehr sensibles Thema, falls Sie noch daran zweifeln. Ich fragte ihn also nicht danach, ob er sich einem Test unterzogen hatte und wenn ja, mit welchem Ergebnis».

33 Minuten lang habe Djokovic dann seine Fragen beantwortet, so Ramella. «Wir sassen uns beide geschützt in einem Abstand von fast einem Meter auf beiden Seiten eines langen rechteckigen Tisches gegenüber. Als Étienne ihn bat, während des Gesprächs für fünf Minuten seine Maske abzunehmen, lehnte Djokovic ab.»

Am Ende des Interviews habe ihm Djokovic auf die Schulter geklopft und gesagt: «Umarmen Sie für mich Paris.» Ramella habe dann am Montag vor seinem Abflug nach Sydney einen Corona-Test gemacht. Das Ergebnis war negativ.

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(trx)

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