St.Gallen: «Die App kann Menschen in Not einfacher orten»
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St.Gallen«Die App kann Menschen in Not einfacher orten»

Die Kapo St.Gallen lanciert die neue Notruf-App RetteMi.ch. Diese bietet die Möglichkeit, in Not geratene Menschen zu orten und schneller Hilfe zu leisten.

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luh/sda

Die Kapo St.Gallen lanciert die neue Notruf-App RetteMi.ch. Diese bietet die Möglichkeit, in Not geratene Menschen zu orten und schneller Hilfe zu leisten.

«Jährlich gehen drei Millionen Notrufe in der Schweiz ein», sagte der St.Galler Polizeikommandant Bruno Zanga anlässlich der Vorstellung der neuen Notruf-App RetteMi.ch am Mittwoch. «Zwei Drittel davon gehen von Handys und Smartphones aus. Bei Anrufen von Mobiltelefonen ist es nur beschränkt möglich den Standort des Hilfesuchenden zu lokalisieren», so Zanga weiter. «Immer mehr Leute wissen aber nicht, wo sie sich befinden.»

Deshalb entwickelte das Ostschweizer-Polizeikonkordat nun in Zusammenarbeit mit den Kantonen Freiburg und Waadt eine neue Notruf-App. Realisiert wurde die kostenlose App von der slowenischen Firma XLAB. «In dieser Form gibt es das Angebot bisher nicht auf dem Markt», versichert Aurelio Zaccari, Leiter der kantonalen Notrufzentrale. «Die Applikation kann in Not geratene Menschen einfacher orten. So kann man ihnen schneller Hilfe leisten. Die App ist also dazu, da Leben zu retten», so Zanga.

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Blick in die kantonale Notrufzentrale an der Vorstellung der Notruf-App RetteMi.ch.

Blick in die kantonale Notrufzentrale an der Vorstellung der Notruf-App RetteMi.ch.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Die App wurde vom Ostschweizer Polizeikonkordat sowie den Kantonen Freiburg und Waadt entwickelt.

Die App wurde vom Ostschweizer Polizeikonkordat sowie den Kantonen Freiburg und Waadt entwickelt.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Die App bietet die Möglichkeit, in Not geratene Menschen zu orten und ihnen dadurch schnelle Hilfe zukommen zu lassen.

Die App bietet die Möglichkeit, in Not geratene Menschen zu orten und ihnen dadurch schnelle Hilfe zukommen zu lassen.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Testphase verlief gut

Zentraler Bestandteil von RetteMi.ch ist ein Smart Locator, der bereits bisher nach einem Notruf über einen SMS-Link aktiviert werden konnte. «Damit ist es möglich, ein Handy genau zu orten und die Information an die Einsatzkräfte weiterzugeben», so Zaccari.

Mit Hilfe des Programms konnten im Kanton Freiburg schon vier in Bergnot geratene Jugendliche erfolgreich geortet werden. Ebenso gelang es, einen verunfallten Biker im Kanton St. Gallen punktgenau lokalisieren zu können.

So funktionierts

Nun wurde der Smart Locator in die neue App integriert. Wird sie aufgerufen, öffnet sich eine Auswahl zwischen den Notrufnummern 112, 117, 118 oder 144. Danach wird eine Verbindung zur jeweils nächsten Notrufzentrale hergestellt. Das ist auch der entschiedene Unterschied zur bisherigen Rega-App. «Die Notrufe der Rega-App gehen nur an die Hauptzentrale der Rega und nicht an die nächstgelegene Zentrale», sagt Zaccari.

Voraussetzung für das Funktionieren der App ist, dass der Anrufer Empfang und den Ortungsdienst auf seinem Handy aktiviert hat. Falls dies nicht der Fall ist, kann die Notrufzentrale dem Anrufer Anleitungen in mehreren Sprachen zur Aktivierung des Dienstes zuschicken.

Weitere Kantone sollen nachziehen

Über die App können via SSL-Verschlüsselung auch persönliche Angaben übermittelt werden. Dazu gehören Name, Adresse, Blutgruppe, Krankenversicherer oder Hausarzt. Auch die Information, ob man Organspender ist, kann in der App hinterlegt werden.

Für den Kanton St. Gallen betrug der Anteil an den Entwicklungskosten bisher 16'000 Franken. Der jährliche Betriebsaufwand liegt bei rund 3200 Franken. Ziel ist es, dass sich weitere Kantone beteiligen und die App auf ihrem Gebiet anbieten. Bis jetzt funktioniert der Ortungsdienst nämlich nur in den Kantonen, welche den Smart Locator benutzen. Notrufe jedoch gehen in der ganzen Schweiz und auch im Ausland bei der zuständigen Zentrale ein.

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