Was ist drin im «Air»?: Die Apple-Lotterie

Aktualisiert

Was ist drin im «Air»?Die Apple-Lotterie

Wer ein neues MacBook Air kauft, kann Glück oder Pech haben. Entweder ist ein schneller SSD-Speicher von Samsung eingebaut, oder ein langsamerer von Toshiba.

von
Daniel Schurter

SSD - das Kürzel steht für Solid-State Drive. Das sind Speicher-Teile, die in immer mehr Notebooks verwendet werden, weil sie verschiedene Vorteile haben gegenüber herkömmlichen Festplatten. Sie gelten als schneller, sparsamer und weniger reparaturanfällig.

Apple bietet seine neuen Modelle der MacBook-Air-Serie mit SSD-Speicher an. Seit wenigen Tagen sind die ultradünnen Notebooks erhältlich, die aus einem Aluminiumblock gefräst werden und eine Bildschirmgrösse von 11,6 Zoll oder 13,3 Zoll haben.

Keine Wahl

20 Minuten Online hat das 13-Zoll-Modell bereits im Einsatz und kann die positiven Testberichte von «Spiegel Online» oder Golem.de bestätigen. Was die «Air»-Käufer aber weniger freuen dürfte: Sie können nicht selbst bestimmen, welcher SSD-Speicher von Samsung verbaut ist, oder ein massiv langsamerer SSD-Speicher von Toshiba.

Wer die Ausstattung seines MacBook Airs im Online-Laden von Apple konfiguriert, hat zwar verschiedene Optionen. Doch kann man beim SSD-Speicher nicht die Geschwindigkeit wählen, sondern nur die Grösse des Speichers, wie «Engadget» festhält.

Bekanntes Problem

«MacRumors» verweist auf frühere Erkenntnisse von iFixit, einer Firma, die neue Geräte bis auf die letzte Schraube auseinandernimmt und medienwirksam darüber berichtet. Demnach setzt Apple bei den SSD-Speichern seit längerem gleichzeitig auf mehrere Zulieferfirmen. Ob Samsung oder Toshiba zum Zug kommt, dürfte von verschiedenen wirtschaftlichen Faktoren abhängen. Aus Sicht der Käufer sind diese Faktoren allerdings nicht einsichtig - darum entsteht der Eindruck von Willkür.

Ergebnisse bestätigt

Die Tempo-Unterschiede bei den SSD-Speichern werden in einem bei YouTube veröffentlichten Hardware-Test eindrücklich demonstriert. Wie «TLD Today» herausgefunden hat, unterscheiden sich die SSD-Speicher signifikant bei der Lese- und Schreibgeschwindigkeit.

Die Wiederholung des SSD-Tests bei einem weiteren Notebook-Modell bestätigte die Unterschiede. Auch «Engadget» konnte die auf den ersten Blick gravierenden Differenzen nachvollziehen. Die Fachleute sagen aber, dass der normale Nutzer den Tempo-Unterschied im alltäglichen Gebrauch des Geräts kaum spüren wird.

Apple schweigt

Welcher SSD-Hersteller im MacBook Air zu finden ist, lässt sich über das Apple-Menü herausfinden. Dazu wählt man im Apple-Menü «Über diesen Mac», und findet unter «Weitere Informationen» den Systembericht. Die Information zum SSD-Typ versteckt sich unter dem Punkt Serial-ATA, bei den Hardware-Komponenten. TS steht für Toshiba, SM steht für Samsung.

Allerdings ist der Zugriff auf den Computer erforderlich, um an diese Information zu gelangen. 20 Minuten Online hat Apple Schweiz um eine Stellungnahme gebeten - die Antwort der Mediensprecherin fiel kurz aus: «Apple äussert sich nicht im Detail zu spezifischen Komponenten, die in Geräten verbaut sind.»

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