Irak: Die Army geht, die Ölmultis kommen zurück
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IrakDie Army geht, die Ölmultis kommen zurück

Mit dem Abzug der US-Armee aus dem Irak sind die Ölfirmen zurück im Geschäft. Noch streiten BP, Exxon & Co aber mit der irakischen Regierung um abzuliefernde Gewinne.

Kürzlich trafen sich 31 internationale Ölkonzerne in Bagdad und ersteigerten Fördererlizenzen für die sechs Öl- und zwei Gasfelder des Landes. Mit dem Erlös aus den Lizenzvergaben solle der Wiederaufbau des Landes finanziert werden. Die Kapazität der sechs ausgeschriebenen Öl-Felder beläuft sich auch 43 Milliarden Barrel. «Unser Ziel ist es, die Produktion in den nächsten fünf Jahren auf mehr als vier Millionen Barrel zu steigern», sagt Öl-Minister Hussein Schahristani. Zurzeit fördert das Land lediglich 2,4 Milliarden Barrel pro Tag. So sollen in den nächsten 20 Jahren 1,7 Billionen Dollar zusammenkommen, womit der Irak Schulen, Strassen, Flughäfen, Wohnungen und Spitäler bauen will. Eine zweite Bieterrunde mit 14 Öl- und zwei Gasfeldern soll 2010 folgen, wie «Zeit Online» berichtet.

Steiniger Weg

Die hochgesteckten Förderziele zu erreichen wird für die Iraker nicht einfach. Bereits wenige Stunden nach der Verhandlung brach ein Streit zwischen einigen Öl-Firmen und der irakischen Regierung aus. So verabschiedeten sich die China Nation Offshore Oil Corporation (CNOOC) und Sinopec wie auch der amerikanische Konzern ConocoPhillips frühzeitig aus den Verhandlungen. Grund für die Streitigkeiten sind die Gewinnklauseln: Ausländische Investoren sollen nur einen festen Dollarbetrag pro Barrel bekommen, und das unter der Voraussetzung, dass mehr Produziert wurde, als von der irakischen Regierung als Minimum festgelegt wurde.

Schwierige Verhandlungen

Einzig die Lizenzenvergabe für die Felder in Rumaila im Süden des Landes, wo 17,7 Milliarden Barrel vermutet werden, ging glatt über die Bühne. Die Konzerne British Petroleum (BP) und China National Petroleum Corporation (CNPC) akzeptierten laut Ölminister Schahristani einen Betrag von zwei Dollar pro Barrel.

Andere Konzerne, welche sich für kleinere Ölfelder interessierten, stiegen aus den Verhandlungen aus, nach dem die irakische Regierung ihnen einen Gewinnanteil zwischen 2 und 4 Dollar anboten - Die Öl-Konzerne forderten zwischen 21,4 und 26,7 Dollar pro Barrel.

Die zwei angebotenen Gas-Lizenzen fanden keine Käufer.

(scc/zac)

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