21.07.2020 17:12

Bedrohung für Schweizer Bienen

«Die Asiatische Hornisse lässt sich nicht stoppen»

Die Asiatische Hornisse steht kurz davor, in der Schweiz Fuss zu fassen. Der Bund hat einen Notfallplan ausgearbeitet.

von
Daniel Waldmeier

Die Asiatische Hornisse köpft Insekten.

Quelle: @IvanHC73 via Twitter 

Darum gehts

  • Die Asiatische Hornisse dürfte sich in der Schweiz ausbreiten.
  • Die Behörden wollen die Nester nach Möglichkeit ausrotten.
  • Ein erstes Nest wurde im vergangenen Dezember in der Westschweiz entdeckt.

Die Asiatische Hornisse (vespa velutina) hat die Schweiz erreicht. Nachdem 2017 eine erste Königin gesichtet worden war, wurde im Dezember 2019 in Mont-sur-Rolle VD ein erstes Nest entdeckt. Laut Biologieprofessor Daniel Cherix von der Universität Lausanne hat sich die Art noch nicht dauerhaft angesiedelt. Aber: «Ich rechne damit, dass sich die Hornisse in den nächsten eineinhalb Jahren in der Schweiz festsetzen wird.» Die Beispiele von Deutschland und Italien zeigten, wie schnell es gehen könne.

Der Experte verweist darauf, dass kürzlich schon in Hamburg ein lebendes Exemplar gefunden worden sei. Nachdem 2004 das erste Nest in Südwestfrankreich entdeckt worden war, hat sich die invasive Art rasend schnell ausgebreitet. In Frankreich oder Nordspanien sind die Hornissen zur Plage geworden. Erst im vergangenen Mai starb in Santiago de Compostela ein 54-Jähriger, nachdem er von einer Hornisse in die Augenbraue gestochen worden war und allergisch reagierte.

Die Karte zeigt, wie schnell sich die Hornisse in Europa ausbreitet.

Die Karte zeigt, wie schnell sich die Hornisse in Europa ausbreitet.

Quelle: http://frelonasiatique.mnhn.fr

Sie fressen Bienen

Inzwischen hat sich die Hornissenart nicht nur an der Grenze zur Westschweiz festgesetzt, sondern auch in Norditalien und in Süddeutschland (siehe Karte oben). Weil die Grosswespen riesige Nester in Bäumen bauen und Bienen im Schwarm jagen können, wächst die Bedrohung für die heimischen Bienenvölker. «Die Asiatische Hornisse wird kommen. Sie lässt sich nicht aufhalten. Fachleute gehen davon aus, dass sie sich zuerst in niedrigen Lagen entlang von Flüssen ausbreiten wird», sagt auch Anja Ebener vom Bienengesundheitsdienst (BGD).

Imker melden dem BGD, wenn sie verdächtige Insekten sichten. In diesem Sommer habe sich zum Glück noch kein Verdacht bestätigt, sagt Ebener. «Die Imker werden vermutlich als Erste merken, wenn die Hornisse da ist. Gerade im Herbst brauchen die Tiere viel Eiweiss als Futter für ihre Larven.»

Der Schlachtplan

Bund und Kantone rüsten sich derweil mit einem Notfallkonzept gegen den Eindringling, der sich auch in städtischen Gebieten wohlfühlt. Laut der Forschungsanstalt Agroscope bilden manche Kantone Spezialisten aus, um die Nester zu zerstören. Zudem sollen die Kantone eine Kontaktperson einsetzen.

Nester dürfen nur von Profis beseitigt werden. Kleinere Nester können in einen Plastiksack gepackt und tiefgefroren werden. Allerdings können sich die Hornissen durch den Plastik fressen. Alternativ können die Hornissen mit Chemie bekämpft werden.

Das Ziel ist, möglichst alle Nester zu vernichten. Laut einer Studie bringen Fallen, wie sie im Ausland aufgestellt werden, wenig. Sie würden die Hornissenvölker nicht nachhaltig dezimieren.

USA

Asiatische Riesenhornisse

Im US-Bundesstaat Washington und in Kanada wurde kürzlich auch die in Japan heimische Riesenhornisse gesichtet (vespa mandarinia). Sie ist noch deutlich grösser und tödlicher als die Asiatische Hornisse, die auf dem Sprung in die Schweiz ist. Käme auch die vespa mandarinia nach Europa, wäre das laut Insektenforscher Daniel Cherix das Horrorszenario, da sie weit aggressiver sei als die kleine Schwester. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die Riesenhornisse auch in Europa auftauche: «Dazu braucht sie ein Transportmittel», sagt Cherix.

Asiatische vs. Europäische Hornisse

Wie kann man die Asiatische Hornisse (vespa velutina) von der heimischen Europäischen Hornisse (vespa crabro) unterscheiden? Erstere hat laut einem Merkblatt des Bienengesundheitsdienstes eine schwarze Grundfärbung mit einem breiten orangen Streifen am Hinterleib. Die Bein-Enden sind gelb. Die Europäische Hornisse hingegen hat einen überwiegend blassgelben Hinterleib mit schwarzen Streifen. Die Beine sind schwarz und rotbraun. Die Grösse der beiden Arten ist vergleichbar. Auch soll die Asiatische Hornisse
für den Menschen nicht gefährlicher sein als die Europäische.

Die Grosswespen im Vergleich.

Die Grosswespen im Vergleich.

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132 Kommentare
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Humanfail

22.07.2020, 11:23

Selber schuld, kommt davon wenn man laut Globalisierung schreit und sich jeden Mühl vom Internet bestellt

Wilderer

22.07.2020, 06:29

Das dumme ist nur, würde mir so ein Tier begegnen, ich würde es nicht melden. Ich friere immer alle Hornissen ein die sich rund um mein Haus fangen lassen. Da das aber verboten ist, werde ich natürlich schön still halten.

lodgy

22.07.2020, 02:50

Ist auch Zeit, dass jemand aufräumt mit diesen dekadenten, verkommenen Honigbienenzüchtungen, die so auf den Honigertrag ausgerichtet sind, dass ihnen der Trieb zum Grooming fehlt und sie sich nicht einmal mehr selber von Milben befreien können.. Sie nutzen die Zeit halt produktiv und steigern den Ertrag anstatt sich mit unnützem Zeug wie gegenseitiger Pflege und Milbentotbeissen zu beschäftigen. Schaffe, schaffe, schaffe. Traurige, obsolete Züchtungen. Wespe welcome.