Die Aufklärung überlassen Lehrer Sexualpädagogen
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Die Aufklärung überlassen Lehrer Sexualpädagogen

Viele Lehrer finden Sexualkunde zu peinlich. Darum werden immer häufiger Sexualpädagogen ins Klassenzimmer geholt.

«Beim Sexualunterricht stossen immer mehr Lehrer an ihre Grenzen», weiss Sexualpädagoge Christian Conrad. Vielen sei das Thema zu intim oder peinlich. «Manchen fehlt auch einfach das nötige Fachwissen.» Deshalb würde immer häufiger auf die Hilfe seines Teams zurückgegriffen, das regelmässig Schulklassen besucht und über Sexualität in der Pubertät informiert. «Grade für männliche Lehrkräfte ist dies auch ein gewisser Selbstschutz», so Conrad, «schliesslich ist Sex ein heikles Thema.»

Dass immer mehr Lehrer davor zurückschrecken, selber aufzuklären, merkt auch die Fachstelle für Sexualpädagogik Lust und Frust. «Bis im Sommer sind wir voll ausgebucht», sagt Sexualpädagogin Lilo Gander. Täglich kämen neue Anfragen dazu. Um den Ansturm bewältigen zu können, hat der Gemeinderat der Fachstelle nun eine zusätzliche Vollzeitstelle bewilligt.

Conrad wie auch Gander sind überzeugt, dass ihr Unterricht den Bedürfnissen der Schüler entspricht: «Viele haben bei diesem Thema grösseres Vertrauen zu uns als zu ihrem Lehrer.» Dass Jugendliche heutzutage schon aus Zeitschriften und Fernsehen Bescheid wissen, sei ein Irrtum: «Viele verfügen über ein sogenanntes Halbwissen», sagt Conrad, «was Petting ist oder ob eine Frau durch Analsex schwanger werden kann, ist für die meisten unklar.»

Yvonne Eisenring

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