Aktualisiert 08.09.2009 10:43

Jugendarbeitslosigkeit«Die Ausbildungssituation ist gut»

Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz steigt weiter. Besonders stark betroffen sind die Jugendlichen: Bei ihnen hat die Zahl der Arbeitslosen um 14 Prozent zugenommen. Für Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit beim Bund, besteht aber kein Grund zur Panik.

Die Zahl der 15- bis 24-Jährigen ohne Job nahm innert Monatsfrist um 14,0 Prozent auf 29 298 zu. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 74,8 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am Dienstag mitteilte.

Dass Junge besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind, liege auch darin begründet, das sie häufig zeitlich befristet angestellt seien oder temporär arbeiten würden, sagte Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit im SECO, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Angestiegen ist aber auch die Zahl der Schul- und Lehrabgänger.

Die Zunahme sei aber nicht so stark und zeige, dass sich die Unternehmer bemühten, Lehrlinge zu behalten. Gaillard betont, dass die Ausbildungssituation in der Schweiz gut sei.

«Richtig trifft es jene, die neu auf dem Arbeitsmarkt sind», sagte Gaillard, also die Altersgruppe um 20. Doch auch wenn Junge stark betroffen seien, blieben sie doch oft nicht lange ohne Stelle.

Rückgang geht weiter

Über alle Altersgruppen hinweg waren im August 150 831 Menschen ohne Stelle, 5467 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl der Arbeitslosen um 60,4 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote nahm von 3,7 Prozent auf 3,8 Prozent zu.

Dagegen lief in vielen Unternehmen offenkundig die Kurzarbeit aus: Im Juni - aktuellere Zahlen liegen dem SECO nicht vor - waren 58 749 Personen in Kurzarbeit, 1,9 Prozent weniger als im Vormonat. Die Zahl der ausgefallenen Arbeitsstunden ging um 0,6 Prozent zurück. Diese «Stagnation auf hohem Niveau» zeige, dass die Unternehmen an die Zukunft glaubten, sagte Gaillard.

Mit einer Quote von 3,8 Prozent und rund 150 000 Arbeitslosen rechnet das SECO unverändert auch für das Gesamtjahr. Der Konjunkturrückgang wirke sich mit rund sechs Monaten Verzögerung auf den Arbeitsmarkt aus.

Gaillard rechnet in den nächsten sechs bis neun Monaten mit einem weiteren Rückgang der Beschäftigung. Damit dürfte im nächsten Jahr die Zahl der Arbeitslosen auf über 200 000 und die Quote über 5 Prozent steigen. (sda)

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