Ex-Task-Force-Präsident trägt Neongrün - «Die Bändeli haben Konfliktpotential – das muss man im Hinterkopf haben»
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Ex-Task-Force-Präsident trägt Neongrün«Die Bändeli haben Konfliktpotential – das muss man im Hinterkopf haben»

Ein Armband mit «Gimpft»-Schriftzug soll Diskussionen anregen – und zum Nachmachen animieren. Ein bekannter Unterstützer der Aktion: Ex-Task-Force-Präsident Matthias Egger.

von
Michelle Muff
Céline Krapf
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«Ich denke, es ist eine Möglichkeit, das Impfen zu propagieren», sagt der Epidemiologe und Ex-Präsidium der Taskforce, Matthias Egger.

«Ich denke, es ist eine Möglichkeit, das Impfen zu propagieren», sagt der Epidemiologe und Ex-Präsidium der Taskforce, Matthias Egger.

Privat
«Es ist für mich ein Zeichen der Solidarität. Und ich bekenne damit Farbe für etwas, worauf ich stolz bin», sagt Cédric S. (30).

«Es ist für mich ein Zeichen der Solidarität. Und ich bekenne damit Farbe für etwas, worauf ich stolz bin», sagt Cédric S. (30).

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«Tue Gutes und sprich davon», sagt Bändeli-Träger Christian Siegenthaler (42).

«Tue Gutes und sprich davon», sagt Bändeli-Träger Christian Siegenthaler (42).

Privat

Darum gehts

  • Mit einem grellgrünen Armband mit «Gimpft»-Schriftzug kann man öffentlich auf seinen Impfstatus hinweisen.

  • Gemäss Initianten und Käufern soll dies Diskussionen über das Thema Impfen fördern.

  • Auch Epidemiologe und Ex-Präsident der Taskforce, Matthias Egger trägt neongrün: «Man spricht zu wenig darüber – sogar im Freundeskreis.» Er habe deshalb für seine Familie vier Stück der neongrünen Bänder gekauft.

Als «Fanartikel für die Impfung» beschreibt sie der Erfinder: Die neongrünen Armbänder mit dem «Gimpft»-Schriftzug sorgen im Netz aber nicht nur für positive Reaktionen. Sie werden als «perfide Form von Faschismus» bezeichnet, Soziologen warnen vor einer Spaltung der Gesellschaft.

«Ich denke es ist eine Möglichkeit, das Impfen zu propagieren», sagt der Epidemiologe und Ex-Präsident der Taskforce, Matthias Egger. Die Frage, ob jemand geimpft sei oder nicht, sei oft der Elefant im Raum. «Man spricht zu wenig darüber – sogar im Freundeskreis.» Er habe deshalb für seine Familie vier Stück der neongrünen Bänder gekauft. «Ich trage es gelegentlich nach Lust und Laune», sagt Egger. Bereits mehrere Menschen habe er im Gespräch vom Impfen überzeugen können, «in einer respektvollen Art und Weise». Angepöbelt worden aufgrund des Impf-Bändelis, sei er noch nie.

«Risikopatienten fühlen sich sicherer.»

Das Labeling bringe natürlich auch einen problematischen Aspekt mit sich, sagt Egger. «Ich denke, es hat ein Konfliktpotential, man muss das im Hinterkopf haben, wenn man das Bändchen anhat und überlegen, wie man reagiert», sagt der Epidemiologe. «Es geht nicht darum, andere zu disqualifizieren, sondern um einen Auslöser für Diskussionen zu bieten.» Zudem würden es Personen aus Risikogruppen schätzen, wenn sie sähen, dass jemand geimpft sei, sagt Egger. «Sie fühlen sich sicherer.»

Im Ausland seien derartige Giveaways nach dem Impfen normal. «Ich würde es sehr unterstützen, wenn das Bundesamt für Gesundheit Massnahmen und Initiativen wie solche Goodies anschauen und prüfen würde», sagt der Ex-Task-Force-Präsident. Gerade jetzt, wo die Impfbereitschaft bei den Jungen wieder am abnehmen sei, wäre das «eine gute Sache».

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