Aktualisiert 07.12.2017 17:52

Unesco-Kulturebe«Die Basler Fasnacht muss sich verändern können»

Die Unesco hat die Basler Fasnacht in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen, wie am Donnerstagmorgen bekannt wurde.

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las/jd/daf

Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann und Fasnachts-Comité-Obmann Chrisoph Bürgin äussern sich zur Ehrung der Basler Fasnacht. (Video: 20 Minuten/las)

Historischer Tag für die Basler Fasnacht: Am Donnerstag hat das Unesco-Komitee entschieden, die Basler Fasnacht in die Repräsentative Liste aufzunehmen. Nach dem Winzerfest in Vevey 2016 ist dies erst der zweite Schweizer Eintrag auf dieser Liste. Das Bundesamt für Kultur (BAK) hatte die Kandidatur der Basler Fasnacht bei der Unesco für die Aufnahme in das immaterielle Kulturerbe der Menschheit im März 2016 eingereicht.

Insgesamt fünf komplexe Kriterien müssen erfüllt sein, um von der Unesco in die begehrte Liste aufgenommen zu werden, erklärt BAK-Sprecherin Anne Weibel. Die Basler Fasnacht sei «eine äusserst vielfältige und lebendige Tradition», die Musik, mündliche Ausdrucksformen und Handwerk vereine. «Ganz besonders sind die Schnitzelbänke und der Morgenstreich», so Weibel.

«Eine grosse Ehre»

Die baselstädtische Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann freut sich über die Anerkennung: «Das ist eine grosse Ehre und eine Auszeichnung für die Basler Fasnacht und auch für unsere Stadt», sagt sie. Zudem freut sie sich über die grosse Aufmerksamkeit, die den drey scheenschte Dääg und der Stadt zuteil werden.

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Ab sofort gehört die Basler Fasnacht zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit, wie die Unesco am 7. Dezember kommunizierte.

Ab sofort gehört die Basler Fasnacht zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit, wie die Unesco am 7. Dezember kommunizierte.

Keystone/Georgios Kefalas
Eva Nidecker steht fürs SRF als Fasnachts-Moderatorin vor der Kamera und sagt zur Auszeichnung:  «Ich bin sehr erfreut über den Unesco-Eintrag! Als Baslerin und aktive Fasnächtlerin macht mich das sehr stolz. ‹Die drey scheenschte Däg› werden nun in die Welt hinausgetragen und rücken natürlich auch Basel als Kulturstadt in den Fokus.»

Eva Nidecker steht fürs SRF als Fasnachts-Moderatorin vor der Kamera und sagt zur Auszeichnung: «Ich bin sehr erfreut über den Unesco-Eintrag! Als Baslerin und aktive Fasnächtlerin macht mich das sehr stolz. ‹Die drey scheenschte Däg› werden nun in die Welt hinausgetragen und rücken natürlich auch Basel als Kulturstadt in den Fokus.»

SRF
An der letzten Basler Fasnacht war wieder viel Kreativität und Gesellschaftskritik dabei. Die grossen Laternenwagen zeigten sich mit vielen politischen Sujets. Vom chinesischen Kauf von Syngenta über US-Präsident Donald Trump bis zu Doris Leuthards Löcherkleid an der Gotthard-Eröffnung war alles zu sehen.

An der letzten Basler Fasnacht war wieder viel Kreativität und Gesellschaftskritik dabei. Die grossen Laternenwagen zeigten sich mit vielen politischen Sujets. Vom chinesischen Kauf von Syngenta über US-Präsident Donald Trump bis zu Doris Leuthards Löcherkleid an der Gotthard-Eröffnung war alles zu sehen.

20 Minuten/las

Basel Tourismus jubelt: «Neben der lokalen und nationalen Bedeutung ist diese Würdigung nicht zuletzt auch aus internationaler, touristischer Sicht sehr entscheidend», so Direktor Daniel Egloff. Die Freude über den «Ritterschlag» sei gross. Trotz hochwertigem Gütesiegel werde die Marketing-Strategie von Basel Tourismus nun nicht neu erfunden. «Die Fasnacht war bereits vor der Auszeichnung der wichtigste Anlass überhaupt. Es wäre jedoch ein Fehler, die Stadt ausschliesslich auf die drei Tage und das Unesco-Label zu reduzieren», heisst es von Seiten von Basel Tourismus.

«Sie muss lebendig bleiben»

Auch Christoph Bürgin, Obmann des Fasnachts-Comités, ist erleichtert, dass sich die Unesco für die Fasnacht entschieden hat. Negative Konsequenzen für die Tradition fürchtet er indes nicht. «Es ist ein immaterielles Erbe. Es muss sich verändern können und lebendig bleiben», so Bürgin.

Ackermann ist gleicher Meinung: Die Fasnacht sei ausgezeichnet worden, genau weil sie sich verändere. «Die Fasnacht wird von Generation zu Generation weitergegeben. Das soll auch so bleiben», hält die Regierungspräsidentin fest.

Neu: Schulparade mit 7000 Aktiven

Die vorgeschlagenen Bewahrungsmassnahmen befürworte die Unesco ebenfalls, hiess es weiter. Diese betreffen namentlich die Förderung der Teilhabe Jüngerer durch Nachwuchsförderung – etwa beim Trommeln und Pfeifen – oder durch pädagogisches Material für die Schulen.

Die Bewerbung hält als neue Bewahrungsmassnahme unter anderem die Absicht des Fasnachts-Comités fest, ab 2020 im Fünfjahresrhythmus eine Schulparade zu organisieren. Diese soll vor der Fasnacht rund 7000 junge Aktive ins Stadtzentrum bringen. (las/jd/daf/sda)

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