Mourinho mit Respekt: «Die Bayern machen mir Sorgen»
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Mourinho mit Respekt«Die Bayern machen mir Sorgen»

Für Real-Trainer José Mourinho gibt es keinen Zweifel, dass sein Team in den Champions-League-Final einziehen wird. Trotzdem bereitet ihm der deutsche Rekordmeister etwas Kopfzerbrechen.

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Die Kampfkraft der Bayern bereitet José Mourinho doch einige Sorgenfalten. (Bild: AFP)

Die Kampfkraft der Bayern bereitet José Mourinho doch einige Sorgenfalten. (Bild: AFP)

Die Voraussetzungen vor dem CL-Halbfinal-Rückspiel zwischen Real Madrid und Bayern München sind ähnlich wie beim Duell zwischen Barcelona und Chelsea. Wie die «Blues» galten auch die Bayern vor den Hinspielen als Aussenseiter, doch beide haben die Partie im eigenen Stadion schliesslich knapp gewonnen. Chelsea mit 1:0, Bayern mit 2:1.

Die Engländer mauerten sich gegen Barça dank viel Kampfgeist und Geduld sensationell in den Final. Dorthin wollen auch die Bayern. Schliesslich findet das Endspiel in der Münchner Allianz Arena statt. Und da der Gegner nicht das übermächtige Barça, sondern das «schlagbare» Chelsea ist, wäre ein Weiterkommen gegen Real noch schöner. Die gleiche Taktik wie Chelsea wollen die Bayern aber nicht anwenden. «Es wird ein Kampf der Giganten. Es wird ein hochklassiges Fussballspiel, ein Leckerbissen», verspricht Bayern-Trainer Jupp Heynckes. «Die kleine Chance, die wir haben, wollen wir nutzen.»

Angst vor Bayerns Kampfgeist

Real-Trainer José Mourinho erwartet ebenfalls ein attraktives und offensives Spiel. Den Grund dafür sieht «The Special One» allerdings nicht beim Gegner, sonder in der Stärke seiner Mannschaft. «Der FC Bayern kennt unser offensives Potenzial», glaubt der Portugiese. «Sie wissen, dass sie praktisch ausgeschieden sind, wenn sie kein Tor schiessen.» Trotzdem oder gerade deswegen ist der Respekt vor den Bayern da. «Was mir bei den Bayern am meisten Sorgen macht, ist der erbitterte Kampfgeist», gibt der zweifache Champions-League-Sieger zu.

Mit den wirbligen und kreativen Flügelspielern Franck Ribéry und Arjen Robben sowie Knipser Mario Gomez sind die Bayern in der Offensive tatsächlich überdurchschnittlich aufgestellt und immer für ein Tor gut. Doch im Hinspiel machte die Defensive den Unterschied aus. Philipp Lahm nahm Cristiano Ronaldo beinahe komplett aus dem Spiel, die sonst eher behäbigen Innenverteidiger Holger Badstuber und Jerome Boateng hatten Karim Benzema jederzeit im Griff und Luis Gustavo entschied das Duell gegen Mesut Özil klar für sich. Wenn die Deutschen dies erneut schaffen, stehen ihre Chancen aufs «Finale dahoam» tatsächlich gut.

Das Risiko der dritten Verwarnung

Deutsche Tugenden wie Kampfkraft, Einsatz und Laufbereitschaft sind gefordert. Zu hart dürfen die Bayern aber nicht zur Sache gehen. Gleich sieben Spielern - Rafinha, Anatoli Timoschtschuk, Diego Contento, Daniel van Buyten, Toni Kroos, Luiz Gustavo und Thomas Müller - sind vorbelastet. Bei der dritten Gelben Karte im laufenden Wettbewerb wären sie im Endspiel gesperrt.

Dennoch wollen und müssen die Bayern in Madrid mit vollem Einsatz zur Sache gehen und das Risiko von Sperren in Kauf nehmen. Torjäger Mario Gomez ist überzeugt davon, dass «im Zweifel trotzdem jeder hingehen wird. Die Gelben Karten dürfen keine Rolle spielen». Übrigens: Auch bei Real drohen wichtige Spieler für den möglichen Final auszufallen. Bei den Königlichen sind Sergio Ramos, Xabi Alonso, Gonzalo Higuain und Fabio Coentrao vorbelastet.

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