Ranking: Die beliebtesten Onlineshops der Schweiz
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RankingDie beliebtesten Onlineshops der Schweiz

Der Schweizer Onlinehandel wird von lokalen Anbietern dominiert. Ausnahmen: Zalando und Amazon. Wieso tun sich ausländische Händler so schwer?

von
K. Wolfensberger
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Wer keine Lust hat ins Geschäft zu laufen, für den ist Online-Shopping eine praktische Alternative. Nun ist ein neues Ranking der beliebtesten Onlineshops erschienen.

Wer keine Lust hat ins Geschäft zu laufen, für den ist Online-Shopping eine praktische Alternative. Nun ist ein neues Ranking der beliebtesten Onlineshops erschienen.

Keystone/Gaetan Bally
Es zeigt sich: Schweizer Shops haben oft die Nase vorn. Ausländische Anbieter tun sich eher schwer. Doch direkt zum Ranking ...

Es zeigt sich: Schweizer Shops haben oft die Nase vorn. Ausländische Anbieter tun sich eher schwer. Doch direkt zum Ranking ...

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Platz 10: Nettoshop.ch, Umsatz: 72,2 Millionen Schweizer Franken.

Platz 10: Nettoshop.ch, Umsatz: 72,2 Millionen Schweizer Franken.

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Der Handel über das Internet boomt. Letztes Jahr machten die Einkäufe über das Internet in der Schweiz bereits über sieben Milliarden Franken aus. Welche Shops profitieren am meisten von diesem Trend und machen am meisten Umsatz? Ein neues Ranking der E-Commerce-Experten von Carpathia gibt Auskunft. Den Spitzenplatz nimmt mit einem Umsatz von gut 640 Millionen Franken der Elektronikhändler Digitec.ch ein, der zur Migros-Gruppe gehört.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Grosshändler Zalando und Amazon mit 424 respektive 400 Millionen Franken Umsatz. Doch damit hat es sich bereits mit den ausländischen Anbietern. Rang vier bis zehn nehmen einzig Schweizer Händler ein. Die Zahlen für die Rangliste basieren auf Informationen der Unternehmen, Medienmitteilungen, Geschäftsberichten oder öffentlichen Statistikdaten.

Mehrere Erklärungen für Dominanz

Für die Dominanz der Schweizer Anbieter gibt es laut E-Commerce-Experte Malte Polzin mehrere Erklärungen. So befänden sich in den Top Ten mehrere Elektronik- und Haushaltsartikelhändler. «Diese bieten ein im internationalen Vergleich attraktives, auf den lokalen Markt zugeschnittenes Sortiment an.» Teilweise bleibt den Schweizer Kunden aber auch nichts anderes übrig als lokale Anbieter zu berücksichtigen. «Wenn ich in Deutschland einen Laptop kaufe, hat dieser eine andere Tastatur als in der Schweiz», so Polzin.

Ähnlich lasse sich auch der Erfolg von Schweizer Lebensmittelanbietern wie Leshop.ch oder Coopathome.ch erklären. Grund: Es wäre momentan zu kompliziert, vom Ausland aus frische Lebensmittel in die Schweiz zu liefern. Polzin ergänzt: «Die Margen sind in dieser Branche ausserdem relativ tief, weshalb sich das Geschäft aktuell nur lokal rentabel betreiben lässt und trotzdem mit hohen Lieferkosten verbunden bleibt.»

Zudem haben Schweizer Anbieter laut Polzin lange von einer gewissen Abschottung des Schweizer Marktes profitiert. Doch dieser breche derzeit mehr und mehr auf, was sich an der guten Positionierung von Amazon und Zalando klar zeige. Und auch kleine ausländische Anbieter würden in der Schweiz eine wachsende Rolle spielen, so Polzin. «Man sieht dies im Ranking zwar nicht, da sie allein noch zu wenig verkaufen, doch gemeinsam erwirtschaften sie einen grossen Umsatz in diesem Land.»

Ähnliches Bild in Deutschland

Die Situation beim Online-Shopping in Deutschland ist derjenigen in der Schweiz übrigens gar nicht unähnlich. Allerdings schieben sich dort die beiden Händler Amazon und Zalando direkt auf die Plätze eins und zwei. Auf den Plätzen drei, vier, fünf und sechs folgen mit Otto, Tchibo, Bon Prix (Teil der Otto-Gruppe) sowie Conrad wiederum typisch deutsche Händler.

Grösster Unterschied zur Schweiz: Auf den Plätzen sieben und neun sind mit H&M und Esprit die Onlineshops zweier grosser internationaler Kleiderketten platziert. «Im Gegensatz dazu ist der Online-Fashion-Markt in der Schweiz ein Trauerspiel», so Experte Polzin. Zu Zalando seien hierzulande keinerlei Alternativen in Sicht, was an den im Vergleich zum Ausland höheren Preisen oder der schlechteren Marketingstrategie liegen könnte.

Online-Händler nach Umsatz

1. Digitec 640 Mio. Franken

2. Zalando 424 Mio.

3. Amazon 400 Mio.

4. Nespresso 358 Mio.

5. Brack 201 Mio.

6. Leshop 176 Mio.

7. Microspot 173 Mio.

8. Coop@home 120 Mio.

9. Ex Libris 73 Mio.

10. Nettoshop 72 Mio.

Quelle: Carpathia Consulting

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