Aktualisiert 16.02.2004 22:58

Die Berner zocken gerne – manchmal auch zu viel

Im Grand Casino Bern rollt der Rubel:
219000 Besucher verspielten letztes Jahr durchschnittlich 212 Franken. Spielsüchtige zocken dagegen lieber an den Automaten in Spielsalons und Restaurants.

Rien ne va plus, heisst es für 130 Spielsüchtige, die

sich im letzten Jahr bei der Stiftung Berner Gesundheit gemeldet haben. Grösstenteils sind es Männer im besten Alter, die mit über 100000 Franken in der Kreide stehen. «Leider kommen sie erst zu spät, wenn massive Probleme wie der Wohnungsverlust drohen», bedauert Stephan Bonassi.

Den meisten Spielsüchtigen werden nicht die klassischen Tischspiele wie Roulette zum Verhängnis, sondern Automaten, wie man sie auch in Spielsalons und Restaurants findet. Im nächsten Jahr sollen die Kästen aus diesen Lokalen verschwinden. Doch Bonassi befürchtet, dass dafür diverse Geschicklichkeitsspiele Einzug halten.

Seit der Eröffnung im Sommer 2002 hat sich im Grand Casino Bern das gesetzlich vorgeschriebene Sozialkonzept bewährt: «Wir ermahnen täglich Gäste, die über ihre Verhältnisse spielen. Das kann bis zum Ausschluss führen», sagt Direktor Stefan Harra. Obwohl der letztjährige Ertrag von 46,4 Millionen Franken alle Erwartungen übertraf, verzocken die Besucher im Schnitt weniger Geld als in den Casinos von Baden und Luzern.

Patrick Marbach

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.