Aktualisiert 03.12.2015 10:27

Heutige Romantik

Die besten Liebesbriefe kommen per E-Mail

Im digitalen Zeitalter hat auch in der Liebeskommunikation das gesprochene Wort mehr oder weniger ausgedient. Am romantischsten geflirtet wird per E-Mail.

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Heute lieben die Menschen anders als früher. Warteten unsere Eltern noch sehnsüchtig auf den Anruf ihres Liebsten, checken Verliebte heute im 5-Minuten-Takt ihren Whatsapp-Eingang, ob da nicht vielleicht eine neue Nachricht von ihrem Herzblatt eingegangen ist.

Schrecklich finden das einige. Denn nach wie vor sind viele der Meinung, dass man bei ernsten oder emotionalen Themen Handy, Laptop und Tablet besser zur Seite legen und miteinander sprechen sollte. Schliesslich wird über die Stimme weit mehr transportiert, als es mit niedergeschriebenen Worten möglich wäre.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit, wie Forscher der Universitäten Indiana und California State herausgefunden haben. Ihnen zufolge ist besonders bei romantischen Nachrichten das E-Mail am besten geeignet.

Sagen Sie es per E-Mail

Für die Studie hatten Alan Dennis und Taylor Wells 72 junge Männer und Frauen gebeten, entweder ein E-Mail oder ein Voicemail zu hinterlassen – mal mit sachlichem, mal mit romantischem Inhalt. Währenddessen massen Sensoren die Bewegungen der Ausdrucksmuskulatur im Gesicht der Teilnehmer. Zudem dokumentierte ein Fühler an der Innenseite des Fusses, wie erregt der Verfasser beim Hinterlassen der Nachricht war.

Dabei zeigte sich, dass die Probanden beim Anfertigen der schriftlichen Nachrichten stets bewegter waren. Und das unabhängig von den darin enthaltenen Botschaften oder dem Geschlecht des Verfassers, wie Dennis und Taylor im Fachjournal «Computers and Human Behavior» berichten.

Laut den Forschern erkunden die Teilnehmer beim Schreiben ihre wahren Gefühle mehr, als das bei der mündlichen Kommunikation möglich ist. «Ein Voicemail erstellt man in einem Stück. Man kann es senden, verwerfen und neu aufnehmen, aber man kann es nicht editieren. Für das E-Mail-Schreiben braucht der Verfasser hingegen mehr Zeit und denkt vielleicht tiefer über das Mitzuteilende nach», so Dennis in einer Mitteilung seiner Hochschule. Diese Selbsterkundung wirkt offenbar anregend und führt dazu, dass man körperlich und psychisch mehr bei der Sache ist.

Im Film «e-m@il für Dich» (1998) fängt die Liebe zwischen Joe Fox (Tom Hanks) und Kathleen Kelly (Meg Ryan) mit einem E-Mail an. (Video: Youtube/WarnerMoviesDE)

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