«Zapfen-Gate»: Die «Bindung der Nation» ist in Ordnung
Aktualisiert

«Zapfen-Gate»Die «Bindung der Nation» ist in Ordnung

Die FIS hat einen Schlussstrich gezogen im Theater um Simon Ammanns Bindung. Die Funktionäre gaben nach dem Training grünes Licht für den Wettkampf auf der grossen Schanze. Österreich will womöglich trotzdem protestieren.

von
fox

Die FIS hat die Bindung des Schweizer Olympiasiegers kontrolliert und nichts beanstandet. Somit ist Simon Ammanns Bindung für den Wettkampf vom Samstag auf der grossen Schanze zugelassen. Damit hat sich das kleine Fragezeichen an der Materialfront noch am Tag vor der Entscheidung auf der Grossschanze aufgelöst. Das österreichische Störfeuer kann sich nicht weiter ausbreiten. Sollte Austria-Cheftrainer Alexander Pointner an seiner am Donnerstag geäusserten Absicht festhalten, am Samstag nach dem ersten Durchgang Protest einzulegen, hat er damit keine Aussicht auf Erfolg. Eher ist damit zu rechnen, dass sich die Tiroler Reizfigur weitere Peinlichkeiten erspart.

Protestiert Österreich trotzdem?

Trotzdem schloss Österreichs Cheftrainer Pointner schloss nicht aus, dass sein Verband wie angekündigt am Samstag nach dem ersten Durchgang gegen Ammann protestieren werde. «Ich kann da kein klares Ja oder Nein sagen, ich muss erst mit Sportdirektor Toni Innauer sprechen», sagte der Tiroler. «Wenn sie jetzt noch protestieren, machen sie sich endgültig lächerlich», sagte Furrer. Falls es tatsächlich zum Protest käme, würde ihn die Jury umgehend behandeln und mit dem Verweis auf die Kontrollen vom Freitag abschmettern.

Aufregung seit Donnerstag

Die Bindungsdiskussion hielt die Schweiz und Österreich seit Donnerstag in Atem. Die Österreicher wollten in Simon Ammanns Zapfen ein illegales Mittel sehen. Die Schweizer sagten aber von Anfang an: «Die Bindung ist ganz klar regulär.» Und selbst einige Österreicher bezeichneten das Vorgehen ihrer Landsleute als lächerlich oder haltlosen Einschüchterungsversuch. Die Schweizer Delegation nahm die Anschuldigungen ernst und hatte gemäss Gian Gilli sich nochmals bei Experten absichern lassen, dass die Bindung regulär ist.

Schweiz erwägte Protest gegen sich selbst

Trotzdem erwägte man im Schweizer Lager nach dem Qualifikationsspringen einen Protest gegen sich selbst zu deponieren, um die Jury damit zu zwingen. Weil sich nun aber die FIS von sich aus zum Thema äusserte, hat das Theater endlich ein Ende gefunden.

Ammann in der Qualifiaktion überragend

Simon Ammann bleibt gelassen und der Topfavorit auf olympisches Gold auf der Grosschanze. Der Toggenburger sprang in der Qualifikation für den Wettkampf von Samstagabend mit 140 Meter am weitesten von den Topfavoriten. Gregor Schlierenzauer, Ammanns grösster Herausforderer, landete fünfeinhalb Meter früher. Am weitesten flogen der Japaner Noriaki Kasai und Andres Jacobsen (No), die allerdings deutlich mehr Anlauf nehmen konnten als Ammann.

Mit einem Sprung auf 130 Meter qualifizierte sich auch Andreas Küttel für den zweiten Einzelwettkampf in Whistler.

Springen. Grossschanze. Qualifikation (Gate 20):

1. Noriaki Kasai (Jap) 143,5 (142,5 m).

2. Daiki Ito (Jap) 142,6 (139,5).

3. Matti Hautamäki (Fi), Antonin Hajek (Tsch) und Andreas Wank (De) je 138,0 (137,5).

6. Johan Remen Evensen (No) 137,1 (137). 7. Anders Bardal (No) 136,7 (136,5). 8. Tom Hilde (No) 135,7 (136,5). 9. Harri Olli (Fi) 135,6 (137). 10. Emmanuel Chedal (Fr) 135,1 (137).

Ferner: 20. Andreas Küttel (Sz) 122,5 (130).

51 klassiert.

Die zehn Fixstarter (Top 10 im Weltcup-Klassement/ohne Noten). Gate 14:

1. Simon Ammann (Sz) 140 m.

2. Gregor Schlierenzauer (Ö) 134,5.

3. Adam Malysz (Pol) 133,5.

4. Thomas Morgenstern (Ö) 129,5. 5. Janne Ahonen (Fi) 126,5. 6. Andreas Kofler (Ö) und Wolfgang Loitzl (Ö) je 125,5. - Gate 16: 1. Anders Jacobsen (No) 142,5. 2. Robert Kranjec (Sln) und Michael Uhrmann (De) je 134,5.

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