Umweltgifte: Die bleierne Gefahr
Aktualisiert

UmweltgifteDie bleierne Gefahr

Was ist gefährlicher als Quecksilber, Chrom, Arsen, Pestizide und Radionuklide? Es ist das giftige Schwermetall Blei. Es gilt weltweit als schlimmstes Umweltgift.

2009 holten sich hunderte Kinder in der Nähe einer Schmelzwerks in der chinesischen Stadt Baoji eine Bleivergiftung.

2009 holten sich hunderte Kinder in der Nähe einer Schmelzwerks in der chinesischen Stadt Baoji eine Bleivergiftung.

18 bis 22 Millionen Menschen sind bleigefährdet. Das geht aus einem erstmals veröffentlichten Umweltgiftbericht hervor, den Green Cross Schweiz und das Blacksmith Institute erarbeitet haben. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Quellen sei Blei ein Gesundheitsrisiko für Menschen auf jedem Kontinent, schreiben die Organisationen in einer Mitteilung vom Mittwoch. Blei stammt beispielsweise aus Batterierecycling, aus Farben- und Keramikproduktion und aus verbleitem Benzin für Verbrennungsmotoren.

Zu den sechs gefährlichsten Umweltgiften weltweit gehören 2010 neben Blei auch Quecksilber, Chrom, Arsen, Pestizide und Radionuklide. Für weltweit 100 Millionen Menschen stellten diese toxischen Substanzen ein «ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar», heisst es weiter.

Mögliche gesundheitliche Folgen können unter anderen körperliche und geistige Behinderungen, organische Fehlfunktionen und Krebserkrankungen sein. Die globalen Gesundheitsauswirkungen der giftigen Schadstoffe seien grösser als bisher angenommen.

Wenig Beachtung durch Weltgemeinschaft

Die Weltgemeinschaft habe dem Zusammenhang zwischen menschlicher Gesundheit und Umweltverschmutzung bisher wenig Beachtung geschenkt, bedauern die Autoren des Berichts. Nur ein Bruchteil der internationalen Hilfe werde bereitgestellt.

Zu den Hauptkriterien für die Rangliste des Umweltgiftberichts zählten die Giftigkeit des Schadstoffes und die Direktheit des Vergiftungsweges. Klassiert wurden die Gifte nach der geschätzten Anzahl Menschen, die durch die Substanzen gefährdet sind.

Die Umweltorganisation Green Cross Schweiz mit Sitz in Genf setzt sich für die Bewältigung der Folgeschäden aus Industrie- und Militärkatastrophen ein. Das Blacksmith Institute ist eine Nonprofit-Organisation mit Sitz in New York. Sie setzt sich für die Lösung von lebensbedrohlichen Umweltproblemen in Entwicklungsländern ein. (sda)

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