Golf von Mexiko: Die braune Wolke ist weg
Aktualisiert

Golf von MexikoDie braune Wolke ist weg

Kurz nach Beginn der Tests mit dem neuen Zylinder meldet der Erdölkonzern BP, dass kein Öl mehr aus dem Leck im Golf von Mexiko austrete.

Nach tagelangen Verzögerungen hat BP im Kampf gegen die Ölpest vor der US-Küste offenbar einen Erfolg gelandet: Das austretende Öl konnte zum ersten Mal seit Beginn der Katastrophe im April gestoppt werden.

Am Golf von Mexiko hat jetzt ein banges Warten begonnen: In den nächsten 48 Stunden wird sich nun zeigen, ob die Auffangeinrichtung dauerhaft dem Druck des Öls standhält. Seit Beginn der Katastrophe sind Schätzungen zufolge schon bis zu 700 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen.

In der Nacht auf Donnerstag hatte ein Leck die Belastungstests verzögert und den Kampf gegen die verheerende Ölpest erneut zurückgeworfen: Eine vom Bohrloch aufsteigende Leitung war defekt.

Neuer Rückschlag in der Nacht auf Donnerstag

Die vorläufige Erfolgsmeldung von BP kam exakt 85 Tage, 16 Stunden und 25 Minuten nach der ersten Explosion auf der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April, mit der die Katastrophe begann und bei der elf Arbeiter getötet wurden. Dabei hatte es am Donnerstag zunächst wieder einmal nicht gut ausgesehen. Der Beginn der Arbeiten musste verschoben werden, weil eine der von dem Bohrloch zur Meeresoberfläche aufsteigenden Leitungen defekt war. Danach konnten aber an der neuen Auffangvorrichtung alle drei Ventile geschlossen werden.

In den kommenden 48 Stunden wird nun gemessen, ob die neue Abdichtung dem Druck des hervorsprudelnden Öls standhält. Hoher Druck wäre dabei ein gutes Zeichen, weil er darauf hindeuten würde, dass sich das Öl tatsächlich in dem Trichter sammelt. Niedrigere Messwerte würden bedeuten, dass es ein Leck irgendwo weiter unten im Bohrkanal gibt.

Trotz allem keine dauerhafte Lösung

Eine dauerhafte Lösung ist der Trichter aber nicht: Um den Austritt des Öls endgültig zu stoppen, treibt der Konzern derzeit zwei Entlastungsbohrungen voran. Bis diese erfolgreich sind, können aber noch Wochen vergehen.

Zur grossen Erleichterung von Millionen Menschen am Golf von Mexiko verschwand am Donnerstag aber erstmals die braune Wolke, die auf den Live-Videos vom defekten Bohrloch seit Beginn des Unglücks ständig zu sehen war. BP mahnte aber, noch nicht allzu optimistisch zu sein. Denn selbst wenn die Anlage zwei Tage lang hält, werden die Ventile von Zeit zu Zeit wieder geöffnet werden. Ingenieure nehmen dann seismische Messungen vor, um sicher zu gehen, dass Öl und Gas nicht aus der Quelle in das Gestein entweichen, erklärte der Beauftragte von US-Präsident Barack Obama, Thad Allen. Obama sprach von einem positiven Signal, mahnte aber: Wir sind noch in der Testphase.» (dapd)

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