Basel – «Die Briefe sind meine letzte Chance, in Frieden zu gehen»
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Basel«Die Briefe sind meine letzte Chance, in Frieden zu gehen»

Einer Krebspatientin im Endstadium kam während eines Aufenthalts im Basler Unispital der Laptop abhanden. Nach einem Aufruf auf Facebook hat sie ihn nun wieder.

von
Lukas Hausendorf
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Einer Patientin mit Krebs im Endstadium ist während des Spitalaufenthalts der Laptop verschwunden. 

Einer Patientin mit Krebs im Endstadium ist während des Spitalaufenthalts der Laptop verschwunden.

20min/Michael Scherrer
In der Folge erhoffte sich Sophie Jauffret von der Facebook-Community Hilfe. Auf dem Laptop war das Vermächtnis an ihre dreijährigen Zwillinge. Sie hatte Briefe geschrieben, die ihre Kinder durch das Leben begleiten sollen.

In der Folge erhoffte sich Sophie Jauffret von der Facebook-Community Hilfe. Auf dem Laptop war das Vermächtnis an ihre dreijährigen Zwillinge. Sie hatte Briefe geschrieben, die ihre Kinder durch das Leben begleiten sollen.

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Der Laptop tauchte nach einem Tag wieder auf. Die Erleichterung war gross. Viele, die an Jauffrets Schicksal Anteil genommen hatten, freuten sich mit ihr.

Der Laptop tauchte nach einem Tag wieder auf. Die Erleichterung war gross. Viele, die an Jauffrets Schicksal Anteil genommen hatten, freuten sich mit ihr.

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Darum gehts

  • Einer Krebspatientin kam während des Aufenthalts am Basler Unispital der Laptop abhanden.

  • Darauf hatte sie Briefe an ihre dreijährigen Zwillinge gespeichert.

  • Nach einem emotionalen Aufruf auf Facebook hat sie das Gerät nun wieder.

Mit einem emotionalen Facebook-Post hat eine Krebspatientin im Endstadium für Aufsehen gesorgt. Sie habe nur noch wenige Wochen zu leben, schrieb Sophie Jauffret Anfang Oktober aus ihrem Bett im Basler Universitätsspital. Dort sei ihr in der Nacht auf den 1. Oktober der Laptop verschwunden.

Auf der Festplatte sei das Vermächtnis an ihre Kinder, so die Mutter von dreijährigen Zwillingen. Sie habe darauf Briefe an ihre Kinder gespeichert, in denen sie ihre Vision der Zukunft, das Zusammenleben, Werte wie Respekt und andere persönliche Dinge festgehalten hat «Diese Briefe sind die letzte Chance für mich, in Frieden zu gehen.»

In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an die Facebook-Community, in der Hoffnung, dass so das Gerät wieder auftauchen würde. Sie habe nicht die Kraft und Zeit, diese Briefe noch einmal zu schreiben. Auch eine Prämie stellte sie in Aussicht. Ihr auf Englisch verfasster Post wurde in der Folge übersetzt und vielfach geteilt. Hinzu kamen viele aufmunternde Kommentare von Menschen, die an ihrem Schicksal Anteil nahmen.

«Es bedeutet mir unglaublich viel»

Der Laptop hat inzwischen wieder den Weg zurück zur Familie gefunden, wie Telebasel unter Berufung auf das Universitätsspital berichtet. «Gotteshand», wie sie darauf im Post schrieb, war zwar nicht im Spiel, aber die Erleichterung ist riesig bei Jauffret. Sie bedanke sich für die Unterstützung und vielen warmherzigen Kommentare.

«Ich habe mehrere Monate gebraucht, um diese Briefe zu schreiben», erklärt sie dem Lokalsender. Sie habe Briefe für die Geburtstage und grossen Lebensereignisse der Zwillinge verfasst. «Ich möchte auch, dass sie mich kennenlernen. Welche Musik ich gerne mag, welches Essen ich am liebsten koche, Anekdoten aus meinem Leben. Das bedeutet mir unglaublich viel und ich hoffe meinen Kindern später auch.»

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Krebstelefon, Tel. 0800 11 88 11

Cancerline, Chat mit Fachpersonen

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