Albert Bunjaku: «Die Bundesliga ist geil»
Aktualisiert

Albert Bunjaku«Die Bundesliga ist geil»

Als Captain will Albert Bunjaku den 1. FC Kaiserslautern zurück in die Bundesliga führen. Am Donnerstag und Montag stehen die Barragespiele gegen Hoffenheim an.

von
Sandro Compagno

20 Minuten: Albert Bunjaku, ganz Deutschland drückt dem 1. FC Kaiserslautern in der Relegation gegen den Retortenklub Hoffenheim die Daumen. Wie spielt es sich mit dieser Erwartungshaltung?

Albert Bunjaku: Wir haben das natürlich mitbekommen. Jeder weiss, dass Hoffenheim kein Traditionsklub ist. Dass man uns die Daumen drückt, ist nett, darf uns aber nicht interessieren. Es geht einzig darum, in diesen zwei Barrage-Spielen alles herauszuholen und in die Bundesliga zurückzukehren. Das war und ist unser Saisonziel, das wollen wir erreichen.

Sie haben die zwei letzten Spiele ausgesetzt. Sind Sie überhaupt dabei?

Ich bin sicher im Kader, ja. Aber dass ich von Beginn weg spielen kann, ist fraglich.

Dabei waren Sie in sehr guter Form, haben in den zwei Spielen davor ihre Saisontore 11 bis 13 geschossen.

Ja, die Zwangspause kommt wirklich zum dümmsten Zeitpunkt. Ich war die ganze Saison gut drauf, die Form stimmte.

Was genau fehlt Ihnen?

Ich hatte eine Muskelverletzung und wollte eigentlich am letzten Freitag ins Training einsteigen. Dann hat mich am Mittwoch eine Angina voll erwischt. Ich war drei Tage lang völlig platt und kann erst seit Montag wieder trainieren.

Haben Sie Ihre Kinder angesteckt?

(lacht) Nein, rund um mich herum sind alle gesund. Ich habe keine Ahnung, wo ich mir das aufgelesen habe.

Sie haben die Saison 2010/11 wegen eines Knorpelschadens verpasst, auch 2011/12 spielten sie fast nicht, diese Saison mussten sie zweimal wegen Muskelverletzungen pausieren. Besteht da ein Zusammenhang?

Also das Knie ist wieder in absolut hervorragendem Zustand, ich habe überhaupt keine Beschwerden. Das mit den Muskelverletzungen aber kann schon mit meiner langen Pause zusammenhängen. Seit meinem Wechsel zu Kaiserslautern im letzten Sommer habe ich immer gespielt, daran musste sich mein Körper wieder gewöhnen. Aber eigentlich hatte ich – abgesehen von diesen zwei kurzen Pausen – sehr wenige Probleme.

Zurück zum Fussball: Hoffenheim hat sich in letzter Sekunde gegen Fortuna Düsseldorf durchgesetzt. Wäre Ihnen die Fortuna als Barrage-Gegner lieber gewesen?

Ja, es gibt einige bei uns, die viel lieber gegen Düsseldorf gespielt hätten. Aber am letzten Spieltag ist ja nochmals einiges passiert. Solche unerwarteten Wendungen sind gerade das Faszinierende am Fussball. Und im Grunde spielt es keine Rolle, gegen wen wir in der Barrage spielen. Wenn wir in die Bundesliga aufsteigen wollen, müssen wir uns gegen den Drittletzten ganz einfach durchsetzen. Egal, ob er nun Hoffenheim oder Fortuna Düsseldorf heisst.

Hoffenheim ist ja nicht so weit weg von Kaiserslautern. Ist das Spiel für Sie eigentlich ein Derby? Oder sind die Hoffenheimer dazu zu jung?

Na ja, ein richtiges Derby ist es nicht. Unser Derby ist gegen Saarbrücken. Aber eine Rivalität ist sicher spürbar, obschon Hoffenheim keine grosse Tradition hat. Auf unsere Fans jedenfalls werden wir uns in diesen zwei Spielen verlassen können. Und jeder Spieler bei uns, der schon mal in der Bundesliga war, der weiss, wie geil es dort ist. Wir wollen wieder Teil davon sein.

Sie wären der dritte Schweizer, der in die Bundesliga aufsteigt. Haben Sie Kontakt zu den Sportkameraden Fabian Lustenberger von Hertha Berlin und Orhan Ademi von Eintracht Braunschweig?

Nein. Mit Lustenberger habe ich mich auf dem Platz schon kurz unterhalten – er ist ein guter Typ. Bei Ademi war mir gar nicht bewusst, dass er auch Schweizer ist. Ich wusste zwar, dass er wie ich albanische Wurzeln hat. Dass er Schweizer ist, habe ich erst erfahren, als er ein Aufgebot für die U21 erhielt. Aber ich freue mich sehr für die beiden, dass sie den Aufstieg geschafft haben. Auch wenn ich lieber an ihrer Stelle direkt aufgestiegen wäre (lacht).

Wieso hat es für den 1. FC Kaiserslautern nicht für den direkten Aufstieg gereicht?

Es lief manchmal richtig doof. Wir haben vor allem auswärts zu viele Punkte leichtfertig verschenkt. Oft lagen wir in Führung, brachten die drei Punkte aber nicht über die Zeit. Wären wir immer so aufgetreten wie zuhause, dann wären wir klar auf Platz 1 oder 2. Aber so ist der Fussball, wir haben jetzt die Chance, in zwei Spielen alles wieder gutzumachen.

Hatten Sie in den letzten Monaten eigentlich Kontakt zu Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld?

Nein, überhaupt nicht. Ich werde das oft gefragt, aber das letzte Mal, dass ich von Herrn Hitzfeld hörte, war, als ich mit Nürnberg nach meiner schweren Knieverletzung wieder ein Tor geschossen hatte. Seit ich in der 2. Bundesliga spiele, bin ich offenbar unter seinem Radar. Ich muss jetzt einfach aufsteigen, dann klappt es ja vielleicht auch mit der Nati wieder. Es sei denn, ich bin ihm mit bald 30 Jahren zu alt.

Sie haben in Kaiserslautern einen Vertrag bis 2015. Bleiben Sie auch, falls es mit dem Aufstieg nicht klappen sollte?

Mit einem solchen Szenario möchte ich mich nicht befassen. Aber eigentlich habe ich keine Lust, noch eine weitere Saison in der 2. Bundesliga zu spielen. Ich will aufsteigen und nächstes Jahr wieder in der Allianz-Arena spielen und nicht in Paderborn oder Regensburg.

Deine Meinung