Pfefferspray, LED-Blender: Die Bundesrichter werden bewaffnet
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Pfefferspray, LED-BlenderDie Bundesrichter werden bewaffnet

Die obersten Richter der Schweiz werden immer wieder bedroht. Jetzt werden sie in Selbstverteidigung geschult - und mit Pfeffersprays und LED-Blendern bewaffnet.

von
lüs

In Luzern, wo die sozialrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts ihren Sitz haben, wurde am 5. Dezember 2013 ein Bundesrichter von einem Mann angegriffen, der ein paar Tage zuvor ein abschlägiges Urteil erhalten hatte. Der Mann schlug den Richter mit der Faust ins Gesicht und verletzte ihn.

Bundesgerichtspräsident Gilbert Kolly sagte danach, dies sei der erste aktenkundige öffentliche Angriff auf einen Bundesrichter in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit. Von Drohungen seien Richter aber immer wieder betroffen. Damit die Bundesrichter solchen Attacken nicht mehr hilflos ausgeliefert sind, wurden kürzlich 38 Bundesrichter zu einer Sicherheitsschulung eingeladen, wie der «Sonntagsblick» berichtet.

Heimweg und Bürozeiten variieren

Am Ende der Schulung wurde jeder Teilnehmer bewaffnet: Die Bundesrichter erhielten zu ihrer Selbstverteidigung einen Pfefferspray und einen LED-Blender. Dabei handelt es sich um eine extrem lichtstarke Taschenlampe, mit der man einen Angreifer blenden kann.

Die Richter wurden im Rahmen der Schulung nicht nur bewaffnet, sie erhielten auch Tipps, wie sie vermeiden können, dass Angeifer ihnen auflauern können: Sie sollen ihren Nachhauseweg variieren und die Bürozeiten wechseln. Und den Sitz in Luzern sollen die Bundesrichter durch den Hinterausgang verlassen.

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