16.04.2017 14:18

Uralte Luzerner BeizDie Burgerstube gibt es seit 500 Jahren

Die Luzerner lieben ihren Wilden Mann. Nun gibt es auch noch Grund zum Feiern: Die Burgerstube wurde erstmals vor 500 Jahren schriftlich erwähnt.

von
Daniela Gigor
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Das Hotel Wilden Mann in Luzern.

Das Hotel Wilden Mann in Luzern.

Wilden Mann
Gäste in der rustikalen Burgerstube.

Gäste in der rustikalen Burgerstube.

Wilden Mann
Blick in die Burgerstube.

Blick in die Burgerstube.

Wilden Mann

Das Romantik-Hotel Wilden Mann gehört zu Luzern fast wie die Kapellbrücke. Das in der Altstadt gelegene Hotel wuchs aus sieben Häusern zusammen, der älteste Teil des Betriebs ist die Burgerstube. Das heute gutbürgerliche Restaurant erschien 1517 erstmals in den Akten von Stadt und Republik Luzern.

Daraus zitiert Andrés Calvo, Leiter Sales und Marketing im Wilden Mann: «Im Umgeldbuch vermerkte Seckelmeister Hans von Hertenstein am Samstag, 21. Februar 1517, in seinem letzten Eintrag: ‹item viij lb hand die puren von Krienz zum Wilden Man verzert›.» Der heute eher unverständliche Satz im Kassabuch bedeutet etwa, die Bauern aus Kriens hätten sich für die stattliche Summe von 75 Pfund («lb») die Bäuche im Wilden Mann vollgeschlagen.

Gute Lage sichert Vorteil

Bereits 1315 erliess der Luzerner Rat eine Verordnung über Weineinfuhr und Ausschank. Ab 1413 war es den Wirten verboten, die Durchreisenden auf der Strasse abzufangen und in ihre Gaststätten zu locken. Später wurden die Aufgaben und Rechte unterschiedlicher Gasthäuser geregelt. In den sogenannten Milchhäusern konnten Fremde übernachten und Milch, Käse und Brot essen. Andere Mahlzeiten durften nicht angeboten werden. In Pinten und Weinschenken gab es weder für Fremde noch Einheimische warme Speisen. Die Pinten durften Wein über die Gasse verkaufen und ihren Gästen Käse und Brot servieren.

Ob der Wilde Mann eine Pinte oder Taverne war, lässt sich aus heutiger Sicht nicht mit Bestimmtheit sagen. Klar ist, dass das Restaurant bereits 1517 an günstiger Lage in der Kleinstadt an der gepflasterten Schmiedgasse in der Nähe zu den Verkehrsachsen lag und die Möglichkeit bestand, im Gasthaus Waren zu lagern und Lasttiere unterzustellen.

Jubiläumsfeier und neue Angebote

Heute besteht der Wilde Mann aus 50 individuell eingerichteten Hotelzimmern, dem Gourmetrestaurant Sauvage mit 14 «Gault Millau»-Punkten und der Burgerstube, in der lokale Gerichte serviert werden, einer Terrasse und drei Bankettsälen. Geführt wird der Wilde Mann seit 1997 von Arno Affolter. Die Inhaber Stephan und Charles Zimmermann haben seit 1995 mehr als fünf Millionen Franken in den Wilden Mann investiert. Ziel ist die optimale Erhaltung des uralten Hotels sowie die Modernisierungen im Rahmen der bauhistorischen Möglichkeiten.

Das Jubiläum der 500-jährigen Burgerstube wurde mit einem Auftakt für die Stammgäste gefeiert. Weitere Festivitäten und Neuigkeiten folgen: «Unsere Gäste haben die Möglichkeit, sich an einem Wettbewerb zu beteiligen und ein 3-Gang-Bankett für 20 Personen zu gewinnen», sagt Calvo. Insgesamt wird es 25 Ziehungen geben. Ausserdem erhalte jeder Gast am Abend ein Glas Prosecco, wenn er à la carte bestelle.

Neu gibt es im Wilden Mann auch Chäs und Gschwellti. Die 25 Sorten Käse werden vom Fachmann und Connaisseur Roland Lobsiger vom Chäs-Chäller Luzern ausgesucht. Der nächste Käsegenuss findet am 25. April statt. Auch für Hotelgäste gibt es ein neues Jubiläumsangebot: Wer zwei Nächte übernachtet, kann ohne weitere Kosten mit einem Fiat 500 in der Gegend herumflitzen.

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